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15.02.12

Ausland

Verkürzte Schulzeit sorgt für Rückgang bei Schüleraustausch

Die USA sind bei deutschen Schülern das beliebteste Gastland für einen Auslandsaufenthalt über eine deutsche Austauschorganisation.

7400 Jugendliche besuchen laut dem Handbuch Fernweh 2012 im laufenden Schuljahr für mindestens drei Monate eine öffentliche Schule in den Vereinigten Staaten. An zweiter Stelle in der Beliebtheitsskala rangiert Kanada mit 1900 deutschen Gastschülern, gefolgt von Neuseeland (1590).

Einen mindestens zeitweisen Einbruch erleben viele Austauschorganisationen allerdings durch die Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren (G8). Laut einer repräsentativen Umfrage des Bildungsberatungsdienstes "Weltweiser" gingen in Berlin im Schuljahr 2010/2011, in dem die zweijährige Oberstufe eingeführt wurde, hochgerechnet 1172 Schülerinnen und Schüler ins Ausland. Ein Jahr zuvor waren es noch 1590. Skepsis angesichts eines vermeintlich verlorenen Jahres gebe es nicht nur bei den Jugendlichen und ihren Eltern, sondern auch an den Schulen, sagt Klaus Wuttich aus dem Hauptstadtbüro von Partnership International. "Ich erlebe Schulleiter, die mir direkt sagen, sie empfehlen ihren Schülern das Auslandsjahr nicht mehr", so Wuttich. Insbesondere im ersten Jahr nach der G8-Einführung gebe es Verunsicherung, bestätigt Christopher Stolzenberg, PR-Referent beim Verein AFS Interkulturelle Begegnung. Er plädiert für sorgfältige Information und Beratung potenzieller Interessenten. "In dem Beschleunigungsprozess, der sich in G8 ausdrückt, ist ein Auslandsaufenthalt und ein dadurch wiederholtes Schuljahr auch wieder ein Schritt zur Entschleunigung", so Stolzenberg. Mara Skaletz vom deutschen Youth for Understanding Komitee (YFU) beobachtet 2012 wieder steigende Bewerberzahlen. Auf aktive Werbung für die Auslandserfahrung setzt auch Wuttich von Partnership International. "Das ist kein verlorenes Jahr, sondern eine tolle Investition in die Ausbildung der Kinder", so der Berliner Büroleiter. "Nie wieder im Leben erhält man die Chance, eine andere Kultur auf diese Art, in einer Familie kennenzulernen."

Wer im kommenden Schuljahr einen Austausch plant, sollte sich noch im Februar bewerben. Willkommen sind auch Berliner Familien, die Gastschüler aus dem Ausland aufnehmen möchten. Infos und Kontakt: www.aja-org.de

Quelle: che
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