Nachwuchs
Hallo, ich bin Sofie
Eines von knapp 680 000 Babys in Deutschland. Geboren im Jahr 2012, weiblich. Was die Statistik heute schon über ihr durchschnittlich verlaufendes Leben voraussagen kann
Ich bin eines von rund 680 000 Babys, das in diesem Jahr geboren wird. Meine Mutter ist verheiratet und gerade 33 Jahre alt geworden. Ich bin ihr erstes Kind.
Mein Name ist Sofie . In die engere Auswahl hatten meine Eltern noch Marie, Maria oder Sophia bzw. Sofia gezogen. Die Jungs, mit denen ich in der Kita spielen werde, heißen vermutlich Maximilian , Alexander, Paul oder Leon.
Wahrscheinlich kann ich mir später mal meinen Job aussuchen. Verglichen mit heute werden im Jahr 2050 neun Millionen Erwerbstätige fehlen - vor allem hochqualifizierte.
Wenn ich einigermaßen gesund bleibe, werde ich einmal 82 Jahre alt werden. Damit bin ich besser dran als die Jungs meines Jahrgangs. Denn sie haben nur eine Lebenserwartung von 77,5 Jahren.
Ich bin vermutlich ein Stadtkind . Der Bevölkerungsschwund wird auf dem Land weiterhin schneller und radikaler verlaufen als in den Metropolen. In Berlin werden bis 2030 drei Prozent weniger Menschen leben, in Sachsen-Anhalt 20 Prozent weniger als heute.
Mein Einkommen wird wohl über dem meiner Eltern und Großeltern liegen. Nehmen wir an, mein Gehalt steigt jedes Jahr um nur ein Prozent, dann werde ich es auf ein Lebenseinkommen von 2,4 Millionen Euro bringen. Der Geburtsjahrgang 1950 erwirtschaftete lediglich eine Million Euro.
Wenn ich meinen 18. Geburtstag feiere, also im Jahr 2030, werden in Deutschland nur noch bis zu 79 Millionen Menschen leben, also etwa drei Millionen weniger als jetzt gerade.
Wahrscheinlich werde ich mich irgendwann mal in einen Mann verlieben. Die Chancen, dass ich mich zu einer Frau hingezogen fühle, liegen nur bei etwa fünf Prozent . Heiraten dürfte ich in Deutschland dann aber trotzdem, in den meisten anderen Ländern der Welt leider nicht.
Sollte ich einmal heiraten, wird das vermutlich um meinen 30. Geburtstag herum passieren. Ob die Ehe dann halten wird - man weiß es nicht: Die Chancen stehen da etwa 50:50.
Sollten meine Eltern Akademiker sein, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch ich studieren werde, fünfmal so hoch wie bei einem Kind aus einer Arbeiterfamilie. Von 100 Akademiker-Kindern in Deutschland schaffen es 83 an eine Hochschule.
Wenn ich zehn Jahre alt bin, habe ich wahrscheinlich längst eine Schwester oder einen Bruder: Von knapp 2,66 Millionen Sechs- bis Zehnjährigen haben 1,37 Millionen ein Geschwisterkind und 750 000 sogar zwei Geschwister.
Im Verlauf meines Lebens werde ich rund sieben Sexpartner haben. Die Chinesen sind in dieser Beziehung aktiver als wir Deutschen: Sie landen im Durchschnitt mit 19 verschiedenen Partnern im Bett.
Es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass ich einmal auf die schiefe Bahn gerate. Einer von 100 wird jedes Jahr in Deutschland als straffällig verurteilt.
Meine Eltern geben für mich ganz schön viel Geld aus. Bis zu meinem sechsten Lebensjahr werde ich rund 468 Euro im Monat kosten, danach, bis ich zwölf werde, 568 Euro und von dann bis zu meinem 18. Geburtstag 655 Euro monatlich.
Die Prognosen beruhen auf den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts, der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und des Berlin Instituts
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