Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
27.01.12

Bundesregierung

Babyklappe: Experten begrüßen Pläne zu neuem Gesetz

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat angekündigt, anonyme Geburten und Babyklappen auf eine rechtliche Grundlage zu stellen. Experten begrüßten diesen Vorstoß sehr. "Ich bin sehr dankbar dafür. Das zollt den Müttern in ihrer größten Not viel Respekt", sagte die Gründerin des bayerischen Projekt Moses, Maria Geiss-Wittmann.

In rund 60 bayerischen Städten bietet das Projekt Moses Frauen die Möglichkeit, Babys ohne Angabe zur eigenen Identität in einer Klinik zu bekommen.

"Ein Gesetz kann helfen, dass die Abgabe des eigenen Kindes in der Gesellschaft nicht länger verachtet wird", betonte Sozialpädagogin Geis-Wittmann, die lange Zeit auch Chefin der katholischen Schwangerenberatung "Donum Vitae" war. Einer aktuellen Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge wurden seit 1999 bundesweit immerhin fast 1000 Kinder anonym geboren oder in Babyklappen abgelegt.

Nach Schröders Plänen soll dann in Zukunft die Identität der Mutter auf deren Wunsch für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren geheim bleiben. Die Beratungsstellen würden demnach dann allerdings den Namen der Frau erfassen, aber sicher unter Verschluss halten. Erst nach diesem Zeitraum wolle man den Kindern dann die Chance geben, ihre eigene Identität festzustellen. Geiss-Wittmann betonte, dass diese Frist in Ausnahmefälle auch verlängert werden müsse. "Besonders bei Frauen mit islamischem Glauben ist nicht absehbar, wann sich die Mutter öffentlich zu ihrem Kind bekennen kann", so die Sozialpädagogin.

Lebensschutz des Kindes

Vertrauen sei in diesem Bereich ohnehin das wichtigste Gut, sagte Geiss-Wittmann. "Die Frauen müssen wissen, dass ihre Angaben in jedem Fall absolut geschützt sind. Die Schwangerenberatung hat ein Zeugnisverweigerungsrecht." In erster Linie gehe es schließlich um den Lebensschutz des Kindes. "Dieser ist aber nur mit einer würdigen Hilfe für die Mutter zu erreichen. Sie muss das Gefühl bekommen, dass wir ihren Konflikt mit der Schwangerschaft lösen können." Erst im zweiten Schritt könne es um die Abstammung des Kindes gehen. Einen Zeitplan für das Inkrafttreten des Gesetzes gibt es nach Angaben des Familienministeriums allerdings noch nicht. Zuvor seien auf jeden Fall noch schwierige juristische Fragen zu klären.

Quelle: dpa
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Muttertag
Glück hoch drei

Das Leben als Drilling ist einzigartig. Für die Eltern –…

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote