Verein
Väter demonstrieren für gemeinsames Sorgerecht
Freitag, 25. Juni 2010 02:26Schluss mit Vätern zweiter Klasse - das fordert der Verein "Väteraufbruch für Kinder" in einer Demonstration, die morgen in Berlin stattfindet. Der Verband protestiert dagegen, dass unverheiratete Väter das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder nur dann erhalten, wenn die Mütter zustimmen.
Das sei nach Angaben des Vereins bei jedem zweiten der 218 000 im Jahr 2008 in Deutschland geborenen Kinder aber nicht der Fall. Geht es nach dem Verband, dann sollen künftig auch Eltern ohne Trauschein das Sorgerecht für ihre Kinder ab Anerkennung der Vaterschaft automatisch gemeinsam ausüben.
Zur Demonstration werden zwischen 300 und 500 Teilnehmer erwartet. Hintergrund der Protestaktion, die um 13 Uhr am Fernsehturm beginnt, ist die Ankündigung von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), das Sorgerecht zu reformieren und dazu eventuell schon nach der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorzulegen. Die Ministerin reagiert damit auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Dezember 2009. Darin hieß es, dass die derzeitige Sorgerechtsregelung in Deutschland gegen die Menschenrechte verstoße, weil sie nicht verheiratete Väter diskriminiere und in ihrem Recht auf Familie verletze.
"Väteraufbruch für Kinder" befürchtet allerdings, dass der Gesetzgeber lediglich eine "kleine Lösung" anstrebt und den Vätern nur das Recht einräumen will, das gemeinsame Sorgerecht einzuklagen. Sie müssten dann in einem Gerichtsstreit gegen die Mutter des gemeinsamen Kindes antreten, aber gleichzeitig nachweisen, dass sie mit ihr kooperieren - "ein absurdes Verfahren", kritisiert Rainer Sonnenberger vom "Väteraufbruch". Zwar könne er Mütter verstehen, die dem gemeinsamen Sorgerecht nicht zustimmen, weil sie im Notfall allein entscheiden wollen, was mit ihrem Kind geschieht. Wichtiger sei aber, die Bindung der Kinder zu beiden Elternteilen abzusichern. "Damit sind die Mütter nicht draußen. Das will ja keiner. Im Gegenteil, wir wollen, dass Kinder mit beiden Elternteilen aufwachsen", so Sonnenberger.rau

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