Naturheilkunde
Homöopathie für Kinder: Wann Kügelchen helfen
Mittwoch, 24. März 2010 02:17Schulmedizin oder sanfte Naturheilkunde? "Das Eine tun, ohne das Andere zu lassen", lautet der undogmatische Rat an besorgte Eltern von Markus Wiesenauer, Allgemeinmediziner aus Kernen mit Zusatzqualifikation für Homöopathie und Naturheilkunde.
Wenn das Kind etwa gerade ein Antibiotika einnehme, könne es parallel dazu ein homöopathisches Mittel bekommen - mögliche Nebenwirkungen des Antibiotikums ließen sich so lindern.
Die Mittel regen der homöopathischen Lehre zufolge sowohl die körpereigene Abwehr wie auch die Selbstheilungskräfte an. Gerade in akuten Fällen kann die Einnahme von Globuli hilfreich sein. Reiche die Mutter dem Kind nach einem Insektenstich rechtzeitig ein paar Kügelchen des homöopathischen Mittels Apis, könne das Anschwellen der Stelle möglicherweise ganz verhindert und der Juckreiz spürbar vermindert werden, sagt Ursula Keicher, Kinder- und Jugendärztin in Ottobrunn bei München. Bei Stößen oder Stürzen sei Arnika ein sehr gutes Mittel.
Kritiker wenden häufig ein, dass Kinder auf diese Weise daran gewöhnt werden, für jedes Wehwehchen eine Pille zu bekommen. "Zurecht", sagt Gabriele Gerasch vom Arbeitskreis Naturheilkunde am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. Homöopathische Arzneien seien Medikamente und sollten auch so eingesetzt werden: "So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig". Grenzen findet die Homöopathie, wenn Symptome auftreten, die die Eltern nicht kennen, oder sich keine Besserung einstellt. Dann sollten sie mit ihrem Kind einen Arzt aufsuchen. Das gilt vor allem bei starken Schmerzen oder wenn Säuglinge erkranken.dpa

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