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Plakatwettbewerb

Entspannungsbier, Partydrinks, Komasaufen

Der Opa holt sich erstmal ein Bier. Gemütlich den Tag ausklingen lassen, sich bei einem Bier entspannen. Das ist es, was er jeden Abend macht.

Nicht alle Menschen, die sich so verhalten, sind Alkoholiker. Aber es sind die Gewohnheit und die Regelmäßigkeit, in denen die Gefahr der Abhängigkeit lauert. Für viele Menschen ist Alkohol im Alltag eine Selbstverständlichkeit. Gute Vorbilder sehen anders aus.

Seit gestern zeigt die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) eine Foto-Ausstellung mit dem Titel "Blau", die sich mit Alkohol im täglichen Leben auseinandersetzt. Sie ist der Startschuss für einen bundesweiten Plakatwettbewerb, bei dem sich Schüler zwischen 12 und 17 Jahren unter dem Motto "bunt statt blau" mit dem Thema Alkohol beschäftigen. Bis zum 30. April können sie ihre Beiträge bei der DAK einreichen. Anfang Mai wird der Sieger jedes Bundeslandes, Anfang Juni der Bundessieger ermittelt. "Wir wollen nicht, dass sich die Jugendlichen nur durch Verbote mit dem Thema auseinandersetzen" sagte Christine Köhler-Azara, Drogenbeauftragte des Landes Berlin. "Sie befassen sich in diesem Wettbewerb auch bildlich damit."

Die 29 Eröffnungsbeiträge stammen von Studenten des Institute of Design und stehen als großformatige Kunstwerke im Foyer der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales in Kreuzberg. Die Bilder zeigen, wo und wie sehr Alkohol in der Mitte der Gesellschaft verankert ist - nicht nur in Form des Komasaufens bei Jugendlichen. Viele Kinder bekommen mit, dass Alkohol zu jedem Fest dazugehört, an jedem Abend als Feierabend-Bier getrunken wird. Diese Wahrnehmung kann mitverantwortlich sein für die dramatischen Zahlen: Allein 2008 wurden laut Bundesstatistik 25 700 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung behandelt, darunter 113 Berliner Kinder, die unter 15 Jahre alt waren - 28,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Bilder der Studenten reflektieren Alkohol in der Gesellschaft - wie er verharmlost oder glorifiziert wird. Sie zeigen einen riesigen, nackten Bierbauch, eine Whiskey-Flasche aus Legosteinen oder eine Collage aus Fotos von geplatzten Airbags. Carolin Saupe aus Berlin hat ihr Werk "Ein Bier trinken" genannt. Es ist eine Bilderserie, die ihren Großvater zeigt, wie er sich an einen Tisch setzt, eine Bierflasche öffnet und trinkt. "Ich habe mir überlegt: Wie kann ich zeigen, dass Alkohol im Alltag ein so großes Thema ist?", sagte die 22-Jährige. "Da fiel mir mein Opa ein. Der trinkt jeden Tag sein Bier, um sich zu entspannen. Das gibt es sehr, sehr oft." Die Ausstellung "Blau - heiter bis tödlich" ist bis zum 19. März zu sehen in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Oranienstraße 106 in Kreuzberg.

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