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15.11.09

Interview

"Die Kinderarmut in Berlin ist schlimm"

Peter Ruhenstroth-Bauer ist gelernter Jurist und Journalist sowie seit 2007 auch Vorsitzender des Berliner Beirates für Familienfragen. Joachim Fahrun sprach mit ihm über die Kinderfreundlichkeit in der Stadt - und darüber, welche Probleme Familien hier haben.

Berliner Morgenpost: Herr Ruhenstroth-Bauer, was ist das größte Problem für Berliner Familien?

Peter Ruhenstroth-Bauer: An erster Stelle steht das Informationsproblem. Es gibt zwar viele Angebote, aber viele Familien wissen nicht, wo es sie gibt. Bis wir dazu aufgerufen haben, gab es keine Stelle, wo die Ferienangebote der Bezirke auf einen Blick zu finden sind.

Berliner Morgenpost: Sie erstellen den Familienbericht. Wie soll der aussehen?

Peter Ruhenstroth-Bauer: Wir werden Positives und Negatives aufführen. Das soll auch ein Handbuch werden, wo gute Praxis-Beispiele aufgeführt werden.

Berliner Morgenpost: Warum sollte die Politik mehr machen, als den Bericht nur ins Regal zu stellen?

Peter Ruhenstroth-Bauer: Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit von Politik. Der Senat hätte uns ja nicht berufen und uns die Aufgabe übertragen müssen, den Familienbericht zu machen. Und zwar nicht als Wissenschaftler, sondern im Dialog mit den wahren Experten, nämlich den Familien.

Berliner Morgenpost: Ist denn Berlin im Vergleich zu anderen Städten familienfreundlich?

Peter Ruhenstroth-Bauer: Berlin hat in vielen Punkten eine gute Stellung. Dennoch gibt es viele Schwachstellen, vor denen wir nicht die Augen verschließen dürfen. Vor allem die Kinderarmut ist ein Problem, es ist schlimm, dass es viele Initiativen geben muss, damit Kinder überhaupt etwas zu essen bekommen.

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