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10.08.09

Trennung

Bei wem soll das Kind leben?

Allein erziehen oder die Zeit mit dem Kind aufteilen? Mit dem zunehmenden Interesse der Väter, sich an der Erziehung zu beteiligen, ist das Pendelmodell immer mehr im Trend

Elternpaare, die sich trennen, müssen vor allem entscheiden, wo und bei wem die Kinder leben sollen. Wie sie diese Frage lösen, hängt von vielen Faktoren ab. "Die Ideallösung gibt es nicht", sagt Elisabeth Küppers vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter Berlin e.V., es sei abhängig vom Kind, von der Beziehung der Eltern, vom Alter des Kindes und auch von der Lebens- und Arbeitssituation der beiden Elternteile.

Bleiben Trennungskinder bei der Mutter, sehen sie ihren Vater in der Regel an jedem zweiten Wochenende und umgekehrt. So haben die Kinder ein festes Zuhause, ohne den anderen Teil aus den Augen zu verlieren. Dies ist in Berlin das am meisten verbreitete Modell. Nach Erfahrung des Verbandes wollen die meisten dieser Väter auch nicht mehr Zeit mit ihren Kindern.

Gute Kommunikation Bedingung

Weniger häufig, aber immer mehr im Kommen ist daneben das Pendelmodell, bei dem sich die Eltern ihre Kinder im wahrsten Sinne des Wortes teilen. Diese pendeln dann entweder tage- oder wochenweise zwischen beiden Elternteilen hin und her. Dieses Modell ist laut Küppers in Frankreich und Holland inzwischen der Trend. Mit dem in den vergangenen Jahren auch bei uns zunehmenden Interesse der Väter, sich in die Erziehung ihrer Kinder einzubringen, findet das Pendelmodell aber auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Es setzt allerdings einiges voraus, um zu funktionieren: Eine gute Kommunikation der Eltern ist unabdinglich, und auch die Wohnungen der Eltern sollten nah beieinander liegen, damit das Kind nicht jede Woche das soziale Umfeld wechseln muss, also problemlos zu Schule, Sport und Freunden kommt.

Gemeinsames Sorgerecht üblich

Meist haben getrennte Eltern heute das gemeinsame Sorgerecht. Damit ist auch der Wochenend-Vater bei allen wichtigen Entscheidungen wie etwa Kita, Schule und Ausbildung, Religionsausübung, Gesundheit, Aufenthalt, Grundentscheidungen des Umgangs und Vermögensvorsorge mit im Boot.

Finden die Eltern überhaupt keine gemeinsame Linie oder entzieht sich beispielsweise der Vater jeder Verantwortung, kann ein Partner das alleinige Sorgerecht erhalten. Dann leben die Kinder bei diesem Elternteil und können den jeweils anderen sehen, ohne dass dieser sich in die Entscheidungen der Mutter einmischen oder Druck auf diese ausüben kann.

"Die gemeinsame Betreuung von Kindern ist oft schwierig", sagt Küppers. Aber der Anteil von Müttern, die den Vätern die Kinder vorenthalten, sei gering, der umgekehrte Fall von Vätern, die sich nicht kümmern, sehr viel häufiger. Gemeinsames und alleiniges Sorgerecht sollten bei einer Trennung gleichberechtigt geprüft werden.

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