Social Media Windelalarm: Pampers führt offenen Krieg gegen Blogger

Besorgte Eltern in den USA fordern im Internet den Rückruf von Pampers-Windeln mit der "Dry-Max-Technologie". Sie werfen dem Hersteller Procter & Gamble vor, gewusst zu haben, dass Babys von den neuen Windeln Ausschläge und Verätzungen bekommen können.

Am 3. Mai hat die US-Verbraucherschutzbehörde eine Untersuchung von Beschwerden eingeleitet. P & G bezeichnet die Vorwürfe als "vollkommen falsch". Der Konzern betonte in einer Stellungnahme sein Mitgefühl mit den Eltern, die den Windelausschlag des Nachwuchses behandeln müssen.

Unterdessen wurden in den USA auch zwei Klagen gegen P & G eingereicht. Die Kläger werfen dem Konzern vor, er "wusste oder hätte wissen sollen", dass es bei den in den USA erhältlichen Pampers mit Dry-Max-Ausstattung "möglich war und in vielen Fällen auch tatsächlich passiert ist, dass Babys und Kleinkinder durch schwere Ausschläge, Blasen, Verätzungen, Infektionen und/oder andere Beschwerden Schäden erlitten haben". Die Klagenden streben neben dem Sammelklage-Status die Übernahme der für die Behandlung von Ausschlägen entstandenen Kosten an. Außerdem soll P & G sicherstellen, dass die Probleme mit den Windeln nicht mehr auftreten.

Bloggende Eltern können Unternehmen, über die sie sich ärgern, schaden, sagt Jackie Huba, Leiterin der Strategieberatung Ant's Eye View, in Austin, Texas. Nicht bewiesene Behauptungen aus Internet-Blogs können sich im Netz vermehren und sehr weit ausbreiten, erläutert sie. "Viele Marken haben Angst vor den bloggenden Müttern", führt Huba aus. "Die Social Media sind wie ein riesiger Strom an Mundpropaganda. Der Ärger der Mütter verbreitet sich über die ganze Welt. Für P & G ist das gefährlich. Der Ruf ist sehr wichtig für das Unternehmen, weil Pampers mit billigeren Nachahmerprodukten konkurriert."

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