China
Forscher klären Ursache für plötzliche Todesfälle
Mehr als 260 völlig gesunde Chinesen sind in den letzten 30 Jahren plötzlich gestorben. Jetzt haben Forscher den Grund dafür gefunden.
Forscher haben in einem Pilz zwei neue Gifte entdeckt, die aller Wahrscheinlichkeit nach für den Tod von mehr als 260 gesunden Chinesen in den vergangenen 30 Jahren verantwortlich sind. Das berichtet das Team um Zhong-Yu Zhou von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Guangzhou. Ihre Studie ist im Journal "Angewandte Chemie" nachzulesen.
Die Todesfälle traten in der südlichen chinesischen Provinz Yunnan auf. Weil niemand die Ursache kannte, gab es zunächst nur einen sehr allgemeinen Namen dafür: "plötzlicher unerklärlicher Tod in Yunnan".
Allerdings traf der nur einige Menschen, berichten die Forscher: Meistens schlug die Krankheit zwischen Juni und August zu – und in der Mehrzahl traf es Einwohner aus Dörfern in 1800 bis 2400 Metern Höhe.
So ließ sich durch Fragen zu den Lebensgewohnheiten bereits ein Pilz namens Trogia venenata als verdächtiges Ursache ausmachen. Die hellbraunen Fruchtkörper wachsen auf abgestorbenem Holz – und wurden voneinigen Menschen gegessen.
Die Gruppe um Zhou sammelte ebenfalls etliche Exemplare, löste die Inhaltsstoffe aus insgesamt 9,7 Kilogramm der Pilze heraus und untersuchte sie im Labor mit einem Verfahren namens Chromatographie. Dieses trennt ein Stoffgemisch in seine einzelnen Bestandteile.
Dabei fanden die Wissenschaftler schließlich zwei neue, giftige Aminosäuren ("2R-amino-4S-hydroxy-5-hexynoic acid" und "2R-amino-5-hexynoic acid") sowie ein bereits zuvor aus anderen Quellen bekanntes Pilzgift ("g-guanidinobutyric acid").
Die beiden nun entdeckten Gifte sind ausreichend, um Versuchsmäuse zu töten, schreibt das Team. Bei einer Dosis von 71 und 84 Milligramm Gift je Kilogramm Körpergewicht starb die Hälfte der Versuchstiere – diese Angabe ist die international übliche Maßzahl.
Auch eine weitere Beobachtung zeigt deutlich, dass die Ursache der plötzlichen Todesfälle gefunden ist: Seit einer warnenden Kampagne in den Jahren 2010 und 2011 ist in Yunnan niemand mehr an einer solchen Pilzvergiftung gestorben.
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