Pleite gegen Polen
Deutsche Handballer verspielen EM-Halbfinaleinzug
Die DHB-Auswahl hat den Sprung ins Halbfinale der EM verpasst. Durch die Pleite gegen Polen sind auch die Olympischen Spiele 2012 in London in weite Ferne gerückt.
Der Traum vom EM-Halbfinale ist für die deutschen Handballer geplatzt, die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier wird zur Zitterpartie.
Die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger unterlag zum Hauptrundenabschluss in Belgrad dem Erzrivalen Polen trotz toller Aufholjagd in einem Handball-Krimi mit 32:33 (17:18) und verpasste damit die erste Teilnahme an einer Vorschlussrunde bei einem Großereignis seit vier Jahren.
Um sich doch noch für die Olympischen Spiele in London qualifizieren zu können, war die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) auf die Schützenhilfe der Konkurrenz am Mittwochabend angewiesen. Beste deutsche Werfer bei der dritten Niederlage im sechsten Turnierspiel waren die Kieler Dominik Klein und Christian Sprenger mit jeweils sieben Toren.
Viele Zeitstrafen
"Das haben die Jungs nicht verdient. Für diesem Kampf hätten wir mindestens mit einem Punkt belohnt werden müssen", sagte Heuberger, dessen Team mit 4:0 Punkten in die Hauptrunde gestartet war und auch den zweiten Matchball nach der Niederlage gegen Dänemark (26:28) zum Halbfinaleinzug liegen ließ.
Dabei kämpfte sich die DHB-Auswahl nach einem 25:29-Rückstand (47.) wieder zurück ins Spiel und lag vier Minuten vor dem Ende sogar mit zwei Toren in Führung. Doch zahlreiche Zeitstrafen, die Rote Karte von Klein und die schwere Sprunggelenksverletzung von Spielmacher Michael Haaß (beide 58.) kosteten den Sieg.
Heuberger konnte gegen den mit fünf Bundesliga-Legionären angetretenen WM-Achten vor 2000 Zuschauern in der Belgrad-Arena personell aus dem Vollen schöpfen. Kapitän Pascal Hens vom deutschen Meister HSV Hamburg stand nach überstandener Achillessehnenreizung ebenso zur Verfügung wie der Flensburger Holger Glandorf nach seiner Wadenprellung. Zudem hatte der Bundestrainer Spielmacher Martin Strobel vom TBV Lemgo nachnominiert.
In der Neuauflage des WM-Endspiels von 2007 agierten die Polen mit einer offensiven 5:1-Deckung und nahmen so Glandorf aus dem Spiel. Die DHB-Auswahl tat sich im Positionsangriff schwer und offenbarte zudem Lücken in der Abwehr.
Nach dem ersten Drei-Tore-Rückstand (7:10/15. Minute) nahm Heuberger eine Auszeit und forderte von seiner Mannschaft "mehr Grundaggressivität in der Abwehr". Die Forderung blieb zunächst ohne Wirkung. Nach dem 9:12 (18.) reagierte der Coach und brachte im Tor Carsten Lichtlein (Lemgo) für Silvio Heinevetter. Der in diesem Turnier bisher überragende Berliner Heinevetter hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur zwei Bälle gehalten.
Nach dem 10:14 (21.) kam der Europameister von 2004 aber besser ins Spiel. Linksaußen Klein, der zunächst den Vorzug gegenüber Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) erhalten hatte, eroberte in der Abwehr einige Bälle und brachte seine Mannschaft mit vier Treffern bis zur Halbzeit wieder bis auf ein Tor heran.
Fehler häuften sich
Zu Beginn des zweiten Durchgangs behielten die Polen ihre offensive Deckung bei, das deutsche Team strahlte aus dem Rückraum nur wenig Torgefahr aus. Das Spiel über den Kreis und die Außen funktionierte aber weiterhin gut, so blieb die DHB-Auswahl trotz einiger Konzentrationsprobleme in der Abwehr und leichten Ballverlusten im Angriff zunächst in Schlagdistanz.
Doch Mitte der zweiten Halbzeit häuften sich die Fehler, die Polen blieben eiskalt und hatten die besseren Nerven. In der 45. Minute setzte sich die Mannschaft von Trainer Bogdan Wenta auf vier Tore (28:24) ab.
Das deutsche Team kämpfte aber verbissen um den Anschluss und kam durch den Göppinger Haaß zum Ausgleich (29:29/54.). Kapitän Hens sorgte in der 56. Minute für die erste deutsche Führung, die Sprenger in doppelter Unterzahl sogar Ausbaute. Doch die Polen zogen in einer spannenden Schlussphase
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