Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
07.09.11

Digitalisierung

Acht Monate bis zum Ende des analogen Fernsehens

Im kommenden Jahr wird analoges Satellitenfernsehen abgeschaltet. Doch 2,5 Millionen Haushalten fehlt der passende neue Empfänger.

Toshiba

3D-Fernseher ohne Brille Dreidimensionale Filme sind ein beeindruckendes Erlebnis – wenn nur die 3D-Brille nicht wäre. Ohne Brille klappt die räumliche Wiedergabe bislang nur auf kleinen Bildschirmen und mit etwas pixeliger Optik, etwa auf der kommenden Taschen-Spielekonsole Nintendo 3DS, auf Fotoapparaten (Polaroid), Camcordern (JVC, Sony) und digitalen Bilderrahmen (Kodak). Prognose: 3D mit Brille wird im kommenden Jahr zur Normalausstattung besserer Groß-Fernseher gehören. Die ersten Modelle ohne Brille werden 2012 drei- bis fünfmal so teuer sein wie vergleichbare mit Brille und weniger scharfe Bilder zeigen. Das wird sich auch vor 2015 nicht ändern.

8 Bilder

Millionen Fernsehzuschauer könnten im kommenden Jahr unfreiwillig vor einer schwarzen Mattscheibe sitzen. Der Grund: Sie haben sich noch immer keinen digitalen Fernsehempfänger angeschafft.

Zwar hat acht Monate vor Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens das Gros der Haushalte, die Satellitenschüsseln nutzen, bereits auf digital umgeschaltet. Einer Studie des Marktforschungsinstitut TNS Infratest in Kooperation mit den Landesmedienanstalten zufolge haben allerdings 2,5 Millionen Satellitenhaushalte noch nicht die nötigen Veränderungen vorgenommen, empfangen die Programme also weiterhin analog.

Deutschland ist Schlusslicht bei der Umstellung

Vergleichsweise niedrig ist das Digitalisierungsniveau der Studie zufolge vor allem in Nordrhein-Westfalen und im Ostteil Berlins. Während in den westeuropäischen Nachbarländern der analoge Satellitenempfang bereits der Vergangenheit angehört, endet die analoge Ära hierzulande erst im kommenden Jahr. Am 30. April 2012 wird der analoge Satellitenempfang endgültig abgeschaltet. Die Haushalte, die ihren analogen Receiver bis dahin nicht durch ein digitales Gerät ersetzt haben, werden über Nacht vor einem schwarzen Bildschirm sitzen.

Um das zu verhindern, rühren Hersteller, Handel und TV-Sender derzeit gemeinsam mächtig die Werbetrommel und betreiben Aufklärungsarbeit. Wolfgang Elsäßer, Chef des Satellitenbetreibers Astra Deutschland, spricht von einer "Herkulesaufgabe" – doch immerhin wüssten vier von fünf Haushalten inzwischen, dass Handlungsbedarf besteht.

Die TV-Zuschauer profitieren von der Digitalisierung ; sie können mit den neuen Geräten noch mehr Programme in zudem besserer Qualität empfangen. Aber auch die Wirtschaft erwartet sich einiges von der Umstellung: Allein die steigende Nachfrage nach Receivern und Flachbildschirmen wird Handel und Herstellern eine kleine Sonderkonjunktur mit geschätzt einer Milliarde Euro zusätzlicher Umsätze bescheren – die Umrüstung kostet je nach Ausstattung der Receiver zwischen 30 und 600 Euro.

Nachfrage nach Digitalisierung steigt

Deutschlandweit lag der Anteil der digitalen an allen TV-Haushalten nach dem ersten Halbjahr 2011 bei 66 Prozent, was 25 Millionen Haushalten entspricht. 7,8 Millionen Haushalte empfangen ihre digitalen Signale dabei über Kabelnetzbetreiber, der Rest empfängt über Satellit.

Dabei treibt nicht nur die nahende Abschaltung des analogen Satellitenempfangs die Nachfrage nach Digitalisierung, sondern auch der Wunsch vieler Fernsehzuschauer, sich auf diesem Wege das zunehmend begehrte hochauflösende (HD-)TV ins Haus zu holen.

Bei der Versorgung der Haushalte mit TV-Signalen teilen sich vor allem Kabel- und Satellitenbetreiber den Markt auf, wobei der Satellit zuletzt aufgeholt hat: So stieg die Zahl der Satellitenhaushalte seit 2009 von 16,2 auf heute 17,1 Millionen; die Zahl der Haushalte, die Kabelfernsehen empfangen, sank im gleichen Zeitraum von 18,6 auf 17,9 Millionen. "In den nächsten zwei, drei Jahren werden wir Pari Pari sein mit den Kabelbetreibern", prophezeit Astra-Chef Elsäßer.

Sender wenig kooperationsbereit

Darüber hinaus erstarkt, wenngleich auf niedrigem Niveau, die Konkurrenz aus dem Internet. Laut Studie hat das Internet-Fernsehen in diesem Jahr erstmals die Marke von einer Million Haushalten übersprungen. Eine große Bedrohung für die Satellitenbetreiber ist das dennoch nicht, da die Web-TV-Anbieter noch nicht in der Lage sind, flächendeckend die nötigen Bandbreiten für eine hoch qualitative Übertragung zur Verfügung zu stellen.

"Die Telekommunikationsunternehmen sind heute eher unsere Partner, die auf die Stärken des Satelliten zu flächendeckenden TV-Versorgung setzen", formuliert Elsäßer. Das zeige zum Beispiel der Start von T-Entertain Sat der Telekom – eine Kooperation von Astra und Deutscher Telekom, die Internet-TV mit bundesweitem Satellitenempfang verbindet.

Ein Stolperstein für ein rasantes Wachstum des Internet-TV könnte auch die geringe Kooperationsbereitschaft der Sender sein: So sind die TV-Gehversuche des Suchmaschinenkonzerns Google in den USA bislang eher mäßig erfolgreich, weil viele Programmanbieter dem Unternehmen ihre Inhalte verweigern. Google hatte bereits vor anderthalb Jahren angekündigt, Google TV ab 2012 auch nach Europa zu bringen.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Besucher testen neue Achterbahn im Belantis Park
Achterbahn im freien Fall

Immer rasanter: Neue Bahnen versprechen Schwerelosigkeit.

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote