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31.05.11

Diplomatischer Eklat

Iran verweigert Merkel den Überflug nach Indien

Affront des Iran: Auf ihrem Weg nach Indien musste die Kanzlermaschine zwei Stunden über der Türkei kreisen. Das Auswärtige Amt in Berlin reagierte prompt.

dapd/DAPD

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist unzufrieden mit ihrem neuen Kanzlerinnen-Flugzeug. Der A340 verfügt zwar über eine VIP-Ausstattung, 143 Plätze und kann 13.500 Kilometer weit fliegen, aber dafür nicht auf jedem Flughafen der Welt landen.

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Der Iran hat der Regierungsmaschine von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrem Weg nach Indien kurzfristig die Überflugrechte verweigert. Das Flugzeug der Kanzlerin mit einer großen Delegation an Bord musste in der Nacht zum Dienstag umdrehen und zunächst zwei Stunden über der Türkei kreisen, bevor es die Genehmigung zum Durchqueren des iranische Luftraums erhielt.

"So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Merkel nach ihrer Landung in Neu Delhi zu dem Eklat. "Die Piloten auch nicht."

Die Gründe waren zunächst unklar. Vor dem Abflug der Maschine aus Berlin am Montagabend hatte es nach Angaben der Bundesregierung grünes Licht für den Überflug gegeben.

Dies sei aber später von iranischer Seite bestritten worden. Eine zweite deutsche Regierungsmaschine, in der Bundesminister und Staatssekretäre zu den ersten deutsch-indischen Regierungskonsultationen reisten, kam ohne Probleme durch.

In letzter Minute wird Überflug erlaubt

Innenminister Hans-Peter Friedrich, Verteidigungsminister Thomas de Maiziere, Verkehrsminister Peter Ramsauer und Bildungsministerin Annette Schavan erreichten Indien planmäßig.

"So einen Vorfall gab es noch nie", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Erst nach einstündiger Verhandlung unter Vermittlung der Türkei und Beteiligung des Auswärtigen Amtes in Berlin habe Teheran der Maschine der Kanzlerin den Überflug doch noch erlaubt.

In letzter Minute, denn ansonsten hätte der neue Airbus 340 wegen Treibstoffmangels in der Türkei zwischenlanden müssen. Nun werde geprüft, ob diplomatischer Protest eingelegt wird, sagte Seibert.

Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Als Konsequenz aus dem Vorfall wurde der iranische Botschafter in Deutschland, Ali Resa Scheich Attar, nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle noch für Dienstag ins Auswärtige Amt einbestellt. Das Vorgehen des Irans stelle einen "Verstoß gegen alle internationalen Gepflogenheiten" dar, sagte Westerwelle, der gerade selbst Australien besucht.

Westerwelle sprach von einer "Respektlosigkeit gegenüber Deutschland, die wir nicht hinnehmen können". Dies werde von Deutschland keineswegs akzeptiert.

Erster Flug mit der Kanzlerinnen-Maschine "Konrad Adenauer"

Der Flug nach Indien war der Jungfernflug der neuen Kanzlerinnen-Maschine mit dem Namen "Konrad Adenauer" . Der Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Claus Krumrei, teilte im Flugzeug mit, die Landung in Neu Delhi verzögere sich "aufgrund von Problemen mit dem Iran".

Hauptthemen der deutsch-indischen Regierungskonsultationen sind die Energie-, Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die Kanzlerin will bei ihrem Besuch auch für das Kampfflugzeug Eurofighter werben. Das Eurofighter-Konsortium von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien bewirbt sich um einen Auftrag der indischen Luftwaffe für 126 Maschinen im Wert von sieben Milliarden Euro.

Am Abend wird Merkel mit einem der renommiertesten Preise Indiens ausgezeichnet - mit dem Preis für Internationale Verständigung.

Quelle: dpa/Reuters/tts
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