Sehitlik-Moschee
Brandanschlag auf Berlins größte Moschee
An der Sehitlik-Moschee in Neukölln hat es erneut gebrannt. Die Spuren lassen darauf schließen, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Die Polizei sucht Zeugen.
An Berlins größter Moschee am Columbiadamm hat es am Freitagmorgen gebrannt. Das Feuer an einer Außenwand der Sehitlik-Moschee wurde um 6.15 Uhr entdeckt und konnte von einem Mitarbeiter schnell gelöscht werden, sagte eine Polizeisprecherin.
Die vorgefundenen Spuren am Brandort lassen nach Angaben der Berliner Polizei darauf schlissen, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine am Tatort gefundene Propangasflasche das Feuer beschleuinugen sollte. Die Flasche soll in einem schwarzen Rucksack verpackt mit einer Sackkarre vom Columbiabad zum Tatort transportiert worden sein. Trotz der Hitzeentwicklung war die Gasflasche aber nicht explodiert. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung übernommen.
Der Vorsitzende der Sehitlik-Gemeinde, Yavuz Selim Akgül, sagte Morgenpost Online, dass es bereits zum vierten Mal binnen einen halben Jahres an der Moschee gebrannt habe. Die Feuer seien fast immer an der selben Stelle entdeck worden. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verurteilte den Übergriff, erklärte seine Sprecherin zu dem Vorfall.
Wie Morgenpost Online erfuhr, hielten sich Gemeindemitglieder in dem Gebäude auf, als sie dank eines Bewegungsmelders jemanden auf dem Gelände bemerkten. Als sie ins Freie traten, brannte es bereits. In der Nähe der Flammen fanden die Männer dann die Gasflasche. Beschädigt wurde durch das Feuer ein Fensterrahmen. Zudem seien durch die Flammen Teile der Fassade verrußt worden. Personen wurden nicht verletzt.
Die Polizei bittet nun Zeugen, sich zu melden. Sie fragt:
- Wer hat am frühen Freitagmorgen oder Donnerstagnacht Personen beobachtet, die einen Gegenstand mittels Sackkarre den Columbiadamm entlang in Richtung Friedhof/Moschee transportierten?
- Wer kann sachdienliche Angaben zur Tat und/oder zu Tatverdächtigen machen?
Zeugen werden gebeten sich bei dem Landeskriminalamt Berlin am Platz der Luftbrücke 6 in 12101 Berlin unter der Telefonnummer (030) 4664 90 90 40 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Bereits Anfang August hatten unbekannte Täter versucht, an der Sehitlik-Moschee in Neukölln Feier zu legen. Bei dem Feuer entstand geringer Sachschaden, Menschen wurden nicht verletzt. Mitarbeiter der Moschee hatten an einem Nebengebäude einen erloschenen Brandherd entdeckt und die Polizei alarmiert. Damals hatten die Täter Müll vor einem vergitterten, fast ebenerdigen Kellerfenster angezündet worden. Dabei wurde ein in dem Fenster eingelassener Lüfter beschädigt. Es habe laut Polizei keine Gefahr bestanden, dass der Brand sich auf den hinter dem Fenster gelegenen gefliesten Raum habe ausbreiten können. Das Feuer sei von selbst erloschen, sodass die Gebäudesubstanz nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde.
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