02.09.09

Tag der offenen Tür

Bahn öffnet Potsdamer Kaiserbahnhof

Die Deutsche Bahn öffnet eines ihrer schönsten Gebäude in der Region erstmals für die Öffentlichkeit. An zwei Wochenenden im November können Besucher den so genannten Kaiserbahnhof am Wildpark in Potsdam besichtigen.

Foto: ZB/DPA
An zwei Wochenenden im November können Besucher den so genannten Kaiserbahnhof am Wildpark in Potsdam besichtigen
An zwei Wochenenden im November können Besucher den so genannten Kaiserbahnhof am Wildpark in Potsdam besichtigen

Die Bahn nutzt den Kaiserbahnhof seit 2005 als Akademie für Führungskräfte. Zuvor wurde das 1905 bis 1909 als Hofstation für Kaiser Wilhelm II. errichtete Ensemble aufwendig saniert. Die Kosten sollen etwa 25 Millionen Euro betragen haben. Die Spitzenmanager der Bahn bleiben seitdem unter sich im Kaiserbahnhof. Für die Brandenburger bleibt nur ein Blick über den Zaun. Seit Jahren schon setzen sich das Land und die Stadt dafür ein, Potsdamern, Berlinern und Touristen zumindest an einigen Tagen im Jahr Gelegenheit zu geben, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Areal zu besichtigen. Bislang lehnte die Bahn mit Verweis auf den sensiblen Ausbildungsbetrieb ab.

Jetzt haben sich Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) und Bahnchef Rüdiger Grube darauf verständigt, das Areal an zwei Wochenenden zu öffnen. Die genauen Termine will die Bahn in Kürze bekannt geben. Weil das Gelände mit dem Bahnhof im englischen Landhausstil seit vier Jahren streng abgeschottet ist, erwarten Bahn und Ministerium einen großen Besucheransturm. Führungen sollen den Andrang kanalisieren.

"Der 100. Geburtstag ist ein idealer Anlass, interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in das Bauwerk zu ermöglichen", sagt Dellmann. Auch im Potsdamer Rathaus wird die Nachricht positiv aufgenommen. "Es gibt ein großes Bedürfnis bei den Potsdamern, den Bahnhof endlich entdecken zu können", sagt Stadtsprecherin Regina Thielemann.

Stadt und Land hoffen, dass die Öffnung im November nur der Auftakt sein wird. Regelmäßige Führungen – etwa am Tag des offenen Denkmals im September – sind das gemeinsame Ziel. Die Bahn will weitere Möglichkeiten für eine Öffnung des Kaiserbahnhofs prüfen, wie ein Sprecher bestätigt.

Das Interesse dürfte groß sein, denn Eisenbahn-Nostalgiker, Architektur-Fans und Geschichtsinteressierte warten gleichermaßen auf eine Gelegenheit zum Besuch. Der Bahnhof wurde als "Hofstation Wildpark" von Oberhofbaurat Ernst Eberhard von Ihne entworfen. In den fünf Friedensjahren seit der Eröffnung 1909 empfing Kaiser Wilhelm II. dort unter anderem den US-Präsidenten Theodore Roosevelt und Zar Nikolaus II. Nach der Abdankung des Kaisers fiel das Gebäude 1920 an die neu gegründete Deutsche Reichsbahn. Bis in die 1950er-Jahre wurde der Bahnhof militärisch genutzt, diente unter anderem als Endstation der Urlaubszüge für sowjetische Soldaten. Danach verfiel das Ensemble zusehends. DDR-Volkspolizei und Reichsbahn nutzten nur noch Teile des Gebäudes, zuletzt lediglich als Lagerräume. 1977 wurde der Bahnhof wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Jahrelanger Leerstand und ein Dachstuhlbrand hatten ihn fast völlig ruiniert, als die Bahn 2002 mit der Sanierung begann. Neben der zugleich denkmal- wie zeitgerechten Sanierung der Ruinen aus der Kaiserzeit ist ein unterirdischer Neubau entstanden. Insgesamt stehen der DB-Führungsakademie 6000 Quadratmeter zur Verfügung. Die Besucher werden allerdings nur einen Teil zu sehen bekommen, wie die Bahn betont. Vor allem die Schulungsräume bleiben tabu. Deshalb sei eine Besichtigung auch nur im Rahmen der Führungen möglich, so ein Sprecher.

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