30.01.13

Stadtschloss

Herkulesfigur nach sieben Monaten restauriert

Von Heymüllers Herkules-Skulptur war nur noch der Torso erhalten. Restaurator Andreas Klein hat sich der Figur angenommen.

Von Vera Weise
Foto: ZB

Restaurator Andreas Klein mit der Herkulesfigur
Restaurator Andreas Klein mit der Herkulesfigur

Für eine Herkulesskulptur wirkt die Figur, die künftig das Dach des Potsdamer Stadtschlosses zieren soll, fast schmächtig. Dieser Herkules beeindruckt nicht durch Macht und Kraft, sondern durch Eleganz und Lässigkeit. Die nun abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten an der Figur wurden durch ihren bescheidenen Bizeps allerdings kaum erleichtert.

Sieben Monate saßen die Bildhauer Andreas Klein und Kai Rötger an dem 2,40 Meter großen Objekt. Am Mittwoch präsentierten sie das Ergebnis gemeinsam mit Joachim Kuke vom Verein Potsdamer Stadtschloss e.v. auf dem Schirrhof der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam.

Kopf und linker Unterarm der Skulptur komplett neu

Wie Herkules, der der Sage nach zwölf Heldentaten vollbringen musste, standen auch die Restaurateure zu Beginn ihrer Arbeit vor zahlreichen Problemen. Den Kopf und den linken Unterarm der Skulptur galt es komplett zu rekonstruieren.

Dabei orientierten sich die Bildhauer an Fotos aus den Sechziger Jahren, auf denen die Figur noch mit Kopf und Arm zu sehen ist. "Trotzdem hat es ein Jahr gedauert, bis wir soweit waren, um mit der eigentlichen Restauration zu beginnen", sagt Andreas Klein.

Neben den fehlenden Stücken machte den Bildhauern der stark verwitterte Zustand der in zwei Hälften zerbrochenen Figur zu schaffen. Nachdem sie die Teile zusammengefügt hatten, befreiten sie den Sandstein von Dreck und Moos.

Als nächstes mussten die Löcher an der Oberfläche versiegelt werden, um zu verhindern, dass Wasser in die Figur eindringt. Außerdem waren Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich. Zwei lange Edelstahlstangen im Inneren der Skulptur sorgen nun für Sicherheit und Statik. Besonders knifflig war auch die Anbringung der kleinen Metallstütze für Herkules' rechten Arm.

Figuren wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört

Die Herkulesfigur gehört zu einem Ensemble von 76 Sandsteinfiguren, die früher auf dem Dach des unter Friedrich II. umgebauten Potsdamer Stadtschloss standen. Ein Großteil der Figuren wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört - nur 17 sind bis heute erhalten.

Acht von ihnen stehen seit 1966 auf der Berliner Humboldt Universität. Die Übrigen befinden sich in Potsdamer Depots und sollen jetzt nach und nach restauriert werden. Geplant sei, dass alle Figuren nach Beendigung der laufenden Bauarbeiten am Potsdamer Schloss wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren, so Kuke.

Ob auch die Berliner Statuen im Zusammenhang mit dem Neubau nach Potsdam zurückgeführt werden können, werde derzeit von den Ländern Berlin und Brandenburg geprüft. Kuke hat für sich allerdings bereits ein Urteil gefällt. "Die Figuren gehören nach Potsdam", sagt er.

Kostenpunkt: 30.000 Euro

Für die 30.000 Euro teure Wiederherstellung der Herkulesskulptur ist der Berliner Bauträger und Bestandshalter Thamm & Partner aufgekommen. Während der Neubau des Stadtschlosses im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft errichtet wird, soll der Figurenschmuck über Spenden realisiert werden.

Außer Herkules konnten bislang zwei weitere Figuren für das Stadtschloss restauriert werden - die Ariadne und und die Hygiea. Wie viele weitere Figuren noch folgen, hänge allein von der Spendenbereitschaft der Bürger ab, so Kuke.

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