23.01.13

Brandenburg

Unfall auf der A13 - Tragödie auf dem Weg zur Arbeit

Der Fahrer eines Kleinwagens hatte das Ende einer Autoschlange zu spät bemerkt und geriet unter einen Lastwagen. Drei Menschen starben.

Von Hans H. Nibbrig und Steffen Pletl
Foto: dapd

Ungebremster Aufprall: Vermutlich hatte der Fahrer des Kleinwagens das Ende eines Staus übersehen
Ungebremster Aufprall: Vermutlich hatte der Fahrer des Kleinwagens das Ende eines Staus übersehen

Ein Bild des Grauens bot sich am Dienstag Polizisten und Rettungskräften an einer Unfallstelle auf der Autobahn A13 im südlichen Brandenburg. Dort war am Dienstagmorgen um 6.29 Uhr zwischen den Anschlussstellen Duben und Freiwalde (Dahme-Spreewald) ein Kleinwagen ungebremst auf einen am Stauende stehenden Lkw aufgefahren.

Für die drei Insassen des Pkw kam jede Hilfe zu spät, sie starben noch an der Unfallstelle. Ihr Fahrzeug hatte sich durch die Wucht des Aufpralls unter den Lkw geschoben und wurde zerstört.

Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Süd in Cottbus mitteilte, waren die Insassen des Pkw auf dem Weg zur Arbeit auf der Autobahn in Richtung Berlin unterwegs. Offenbar habe der 28 Jahre alte Fahrer des Wagens den Stau vor ihm zu spät bemerkt. Mit welcher Geschwindigkeit der Pkw auf den am Stauende stehenden Lkw aufprallte und ob witterungsbedingte Straßenverhältnisse eine Ursache des Unfalls waren, soll jetzt ein Unfallsachverständiger feststellen, der nach der Unfallaufnahme von der Polizei mit technischen Untersuchungen beauftragt wurde.

Defekt am Fahrzeug nicht ausgeschlossen

Das Unfallfahrzeug wurde hierfür sichergestellt. Es soll ebenfalls untersucht werden, da auch ein Defekt am Fahrzeug als Unfallursache zum jetzigen Zeitpunkt nicht völlig ausgeschlossen werden kann. Mit einem endgültigen Ergebnis der Untersuchungen des Sachverständigen ist nach Angaben des Verkehrsdienstes der Polizei vermutlich erst in einigen Tagen zu rechnen. Der 28 Jahre alte Fahrer des Wagens kommt nach Polizeiangaben aus dem Spree-Neiße-Kreis.

Bei den beiden Insassen handelt es sich zum einen um den jüngeren Bruder des Fahrers sowie einen 36 Jahre alten Begleiter. Für die Dauer des Rettungseinsatzes und der anschließenden Räumung der Unfallstelle war die A13 in Fahrtrichtung Berlin zwischen den Anschlussstellen Duben und Freiwalde vollständig gesperrt.

Der Verkehr wurde über die Anschlussstelle Duben abgeleitet und über Landstraßen geführt. Dadurch kam es auf mehreren Straßen im Landkreis Dahme-Spreewald über Stunden zu einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen und mehreren Staus.

Polizeibeamter sichtlich geschockt

Nicht nur die Bergung der Unfalltoten, auch die umfangreiche Spurensicherung und anschließende Räumung des Unglücksortes nahm mehrere Stunden in Anspruch. Teile des Unfallfahrzeugs lagen nach dem Aufprall weit verstreut in der Gegend herum. "Beim Anblick des Wagens war eigentlich jedermann klar, dass da niemand lebend herauskommen konnte", sagte ein sichtlich geschockter Polizeibeamter während der Unfallaufnahme.

Insgesamt ereigneten sich in Brandenburg gestern bis Mittag mehr als 100 Verkehrsunfälle, bei denen zehn weitere Verkehrsteilnehmer zum Teil schwer verletzt wurden. 37 Unfälle sind auf das Winterwetter zurückzuführen. So ist beispielsweise auf der A10 zwischen Leest und Phöben (Potsdam-Mittelmark) ein Pkw-Fahrer aus noch ungeklärter Ursache ins Schleudern geraten.

Ein nachfolgender Sattelschlepper wollte dem Wagen ausweichen, durchbrach dabei die Mittelleitplanke und blieb auf der Gegenfahrbahn stehen. Der 25 Jahre alte Lastwagenfahrer wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Am Laster riss der Tank auf. Ein anderer Laster rollte über die zersplitterte Leitplanke, was auch dessen Tank nicht überstand.

Weitere tödliche Unfälle in Brandenburg

Mehrere Hundert Liter Diesel ergossen sich aus beiden Fahrzeugen über die Autobahn. Die Räumung der Unfallstelle dauerte Stunden.

Auf den Autobahnen und Landstraßen Brandenburgs ist es in den vergangenen Wochen und Monaten wieder zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen. So starb beispielsweise vor einer Woche bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 115 nahe der Anschlussstellen Potsdam Drewitz und Babelsberg eine Autofahrerin. Die 60 Jahre alte Frau hatte die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und prallte gegen die Leitplanke.

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