Polizeifunk
200 neue Funkmasten - Bürger fürchten um Gesundheit
Dienstag, 7. Juli 2009 00:27 - Von Axel LierDas Innenministerium plant, bis zu 200 Sendemasten für den neuen Digitalfunk der Polizei und Feuerwehr in Brandenburg zu installieren. Kritiker befürchten eine zusätzliche Strahlenbelastung durch die etwa 50 Meter hohen Masten. Wo genau sich die Funkstandorte befinden, wird aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.
Der Brandenburger Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) sucht zurzeit europaweit Unternehmen, die Antennenträger aus Beton herstellen, liefern und aufbauen. Von ihnen aus soll im Jahr 2012 der Digitalfunk für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) senden und empfangen. Das einheitliche Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte soll sich flächendeckend über Deutschland erstrecken und die voneinander unabhängigen Analogfunknetze ablösen.
Aus dem Innenministerium heißt es, dass in Brandenburg bereits bestehende Masten genutzt werden sollen. Doch es „mussten und müssen auch viele Funkmasten neu errichtet werden“, sagt Sprecher Geert Piorkowski. Wo sich diese im Land befinden, sei „bundesweit als Verschlusssache eingestuft worden und damit grundsätzlich nur noch sicherheitsüberprüftem Personal dienstlich zugänglich“, so Piorkowski weiter. Es liege nicht im Ermessen des Landes, diese Einstufung „im Interesse einer Informationstransparenz für betroffene oder interessierte Bürger aufzulösen“.
Nach Informationen von Morgenpost Online soll zwischen August und Oktober dieses Jahres eine der 200 BOS-Funkstationen in Neuenhagen (Märkisch Oderland) gebaut werden. „Neue Funkmasten für das hiesige Digitalfunknetz werden grundsätzlich nur auf Liegenschaften des Landes, des Bundes oder der Kommunen errichtet“ sagt Geert Piorkowski vom Innenministerium.
Ein Standort bestehe aus einem Funkmast mit Antennenanlage und einer Funkanlage, die über eine Leitung an das digitale Netz angeschlossen ist. Technisch spricht man von einer Basisstation, über die eine regionale Funkzelle mit einem Radius von mehreren Kilometern betrieben wird. Diese regionalen Funkzellen werden wie Telefon-Ortsnetze über Leitungen verknüpft und ermöglichen so eine landesweite und unabhängige Funkkommunikation.
Um die gesundheitlichen Auswirkungen des neuen Funknetzes zu untersuchen, haben die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und das Bundesamt für Strahlenschutz kürzlich eine Zusammenarbeit vereinbart. Es soll erforscht werden, welche Wirkung die elektromagnetischen Felder auf den menschlichen Körper haben. Der Frequenzbereich des BOS-Funks liegt zwischen dem des Mobilfunks und dem von Rundfunk und Fernsehen und wurde in Untersuchungen bisher nicht berücksichtigt. Überprüft wird beispielsweise, ob Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit, Informationsverarbeitung, Konzentrationsfähigkeit, Belastbarkeit und das Gedächtnis beeinflusst werden.























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