16.12.12

Brandenburg

Glätte war nicht Ursache für Unfall mit drei Toten

In Brandenburg ist es zu mehreren Unfällen gekommen. Eisglätte soll jedoch nicht für das Unglück auf der A12 verantwortlich gewesen sein.

Von Michael Behrendt und Steffen Pletl
Foto: dpa

Zermalmt: Ein Lkw hat auf der Autobahn A12 einen Transporter in die Böschung geschoben. Drei Menschen kamen ums Leben
Zermalmt: Ein Lkw hat auf der Autobahn A12 einen Transporter in die Böschung geschoben. Drei Menschen kamen ums Leben

Bei einem Verkehrsunfall auf der A12 unweit von Frankfurt (Oder) sind in der Nacht zum Sonnabend drei litauische Arbeiter ums Leben gekommen. Zunächst hatten die Sicherheitsbehörden eine Kollision wegen des Eisregens vermutet.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich allerdings heraus, dass der Kleinlaster der Opfer offenbar von dem Fahrer eines niederländischen Lastkraftwagens übersehen worden war. Experten der Brandenburger Verkehrspolizei sollen nun den genauen Hergang rekonstruieren.

Technischer Defekt am Auto der Litauer

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte das Fahrzeug der Handwerker aus Litauen auf der Autobahn zwischen den Abfahrten Frankfurt (Oder)-Ost und Mitte auf dem Seitenstreifen gestanden, weil es wegen eines technischen Defekts nicht weiterfahren konnte. Der Fahrer des niederländischen Lkw fuhr demnach in den Kleinlaster und schob ihn zunächst auf eine zugeschneite Grünfläche. In der Folge soll nach Informationen der Berliner Morgenpost der Anhänger das Fahrerhaus des litauischen Autos regelrecht zerquetscht haben.

Fahrer und Beifahrer wurden schwer verletzt, drei Männer, die auf der Rückbank gesessen hatten, starben noch am Unfallort. Auch die Bemühungen der Notarztwagenbesatzungen blieben erfolglos. Wegen der Aufräumungsarbeiten gab es bis in die Mittagsstunden des Sonnabends erhebliche Verkehrsbeeinträchtigen, mehrere Fahrspuren mussten gesperrt werden, weil sich auf ihnen gefährliche Wrackteile befanden.

Bei Tauwetter und örtlichem Regen kam es auf teils glatten Straßen in ganz Brandenburg zu etlichen Verkehrsunfällen. Bis 15 Uhr registrierte die Polizei 63 Unfälle, davon waren 16 auf die Witterung zurückzuführen. Meist gingen sie mit Blechschäden glimpflich aus. Das befürchtete Blitzeis blieb weitgehend aus, wie das Polizeipräsidium in Potsdam mitteilte. Der Deutsche Wetterdienst berichtete angesichts zunehmend milder Temperaturen von einer allmählichen Entspannung der Glättesituation. Im Tagesverlauf wurden Unwetterwarnungen für mehrere Landkreise wieder aufgehoben. In der Nacht zum Sonntag sollte sich örtlich wieder Glätte durch überfrierende Nässe bilden.

Unfall eines Radfahrers war "Trunkenfahrt"

In Berlin blieb es trotz aller Befürchtungen ruhig: Zunächst waren für 22 Uhr starke Regenfälle angekündigt worden, die auf dem gefrorenen Boden für Blitzeis sorgen sollten. Wegen der rechtzeitig über die Medien verbreiteten Warnmeldungen hatten aber viele Berliner ihre Autos stehen lassen und waren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Das machte sich auch in den Statistiken der Polizei bemerkbar. In der Zeit zwischen Mitternacht und 7 Uhr wurden vom Lagezentrum 30 Unfälle gemeldet, bei denen einige Menschen nur leicht verletzt wurden.

In der Zeit zwischen Mitternacht und 2 Uhr gab es zwar einen kurzzeitigen Anstieg der Einsatzzahlen, laut Polizei und Feuerwehr konnte man aber auf die Gesamtnacht gesehen von einem "normalen Einsatzaufkommen" sprechen. Auch ein Unfall mit einem Radfahrer, bei dem zunächst Witterungseinwirkung vermutet worden war, entpuppte sich später als eine "Trunkenheitsfahrt" des Radlers: Ein 49 Jahre alter Taxifahrer war mit seinem Wagen in der Annenstraße in Richtung Heinrich-Heine-Platz in Mitte gefahren. Als er mit seinem Fahrzeug gegen 2 Uhr 30 den Kreuzungsbereich Annenstraße Ecke Heinrich-Heine-Straße passierte, erfasste er den 56 Jahre alten Radfahrer, der von der Annenstraße nach links in die Heinrich-Heine-Straße abbiegen wollte. Ersten Ermittlungen zufolge hatte der Radfahrer Alkohol getrunken. Er kam mit der Berliner Feuerwehr zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

BSR gut auf Eisregen vorbereitet

Die BSR hatte sich auf den angekündigten Eisregen vorbereitet: 480 Fahrzeuge und insgesamt 2100 Mitarbeiter standen bereit, um Straßenkreuzungen und Gehwege zu räumen. Zudem waren die Einsatzzeiten der "Orangen" optimiert – ab 22 Uhr wurden die Hauptstraßen von Eis und Schnee befreit, die Frühschicht begann eine Stunde früher als sonst – bereits um 2 Uhr kam die Ablösung für zuvor eingesetzte Abendschicht zum Dienst. Auch für die kommenden Tage will die Stadtreinigung mehr Personal vorhalten, um auf Wetterextreme sofort reagieren zu können. Allerdings, so ein Sprecher der Berliner Feuerwehr, liegen bislang keine Warnungen für die kommenden Tage vor.

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