27.11.12

Nach 15 Jahren

Polizei klärt Mord an schwangerer 17-Jähriger auf

Intensive Ermittlungen führten die Polizei auf die Spur von zwei Männern, die 1997 Maike Thiel getötet haben sollen. Doch die Leiche fehlt.

Von Ulla Reinhard
Foto: dapd

Maike Thiel aus Leegebruch (Landkreis Oberhavel), wird seit dem 3. Juli 1997 vermisst. Das Mädchen war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens hochschwanger. Nun scheint der Fall aufgeklärt
Maike Thiel aus Leegebruch (Landkreis Oberhavel), wird seit dem 3. Juli 1997 vermisst. Das Mädchen war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens hochschwanger. Nun scheint der Fall aufgeklärt

Mehr als 15 Jahre nach dem Verschwinden der damals 17 Jahre alten, hochschwangeren Maike Thiel aus Hennigsdorf (Brandenburg) hat die Polizei die beiden mutmaßlichen Mörder des Mädchens gefasst.

Bereits am Sonntag wurden der heute 33 Jahre alte Ex-Freund und mutmaßliche Vater des ungeborenen Kindes sowie ein 78-Jähriger festgenommen. Sie sollen das Mädchen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Neuruppin heimtückisch ermordet haben. Am Montag wurden die Männer einem Haftrichter vorgeführt, er erließ Haftbefehle. beide Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Endgültig aufgeklärt ist der Fall damit allerdings noch nicht, denn die Leiche von Maike Thiel konnten die Ermittler noch immer nicht finden.

Über den Fall war im Januar 2012 in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY…ungelöst" berichtet worden. Demnach hatte sich ihr damaliger Freund von Maike Thiel getrennt, bevor er von ihrer Schwangerschaft wusste. Als er davon erfuhr, versuchte er, sie zu überreden, das Kind abtreiben zu lassen. Doch Maike Thiel entschied sich dagegen. Sie wollte das Kind behalten, ihre Eltern unterstützten sie in ihrer Entscheidung.

Dem Ex-Freund war früher nichts nachzuweisen

Am 3. Juli 1997 wurde Maike Thiel gegen 10.15 Uhr zum letzten Mal bei einem Termin im Hennigsdorfer Krankenhaus gesehen. Weil die behandelnde Ärztin bei der Herzuntersuchung des Kindes Auffälligkeiten festgestellt hatte, sollte sich Thiel am nächsten Tag in der Charité untersuchen lassen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Ex-Freund und der heute 78-Jährige das Mädchen am 3. Juli 1997 in Hennigsdorf getötet zu haben.

Weitere Einzelheiten zu dem Fall wollte die Staatsanwaltschaft in Neuruppin am Montag aus kriminaltaktischen Erwägungen nicht nennen. Nach der Ausstrahlung im Fernsehen seien zwar einige Hinweise eingegangen, sagte Sprecherin Lolita Lodenkämper, jedoch hätte sich daraus keine heiße Spur ergeben.

Die intensiven Ermittlungen der Mordkommission und Staatsanwaltschaft hätten letztlich zu einer "zum dringenden Tatverdacht erstarkten Indizienkette gegen die beiden Beschuldigten geführt". Der Ex-Freund von Maike Thiel galt laut Lodenkämper schon früher als Beschuldigter, überführen konnten die Ermittler ihn allerdings erst jetzt. Wer der 78-Jährige ist, blieb am Montag zunächst unklar. Sprecherin Lodenkämper verriet nur so viel: Es soll weder mit dem Ex-Freund noch mit Maike Thiel verwandt sein.

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