01.07.12

Brandenburg

Mann bei Explosion in Plattenbau schwer verletzt

In einem Mehrfamilienhaus in Ludwigsfelde ist es zu einer heftigen Gasexplosion gekommen. Glassplitter flogen bis zu 70 Meter weit.

Von Peter Oldenburger und Steffen Pletl
Foto: Steffen Pletl
Explosion
Ausgebrannt: Feuerwehrleute an einem Fenster der zerstörten Unglückswohnung. Die Fassade ist durch den Ruß schwarz gefärbt

Bei einer Gasexplosion in einem Wohnhaus in Ludwigsfelde (Kreis Teltow-Fläming) sind drei Menschen verletzt worden. Einer von ihnen, ein 23 Jahre alter Mann, musste mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

Nach der Explosion am Sonntagvormittag brach im vierten Stock des fünfgeschossigen Plattenbaus in der Clara-Zetkin-Straße 36 ein Feuer aus. Die Ursache des Unglücks ist noch völlig ungeklärt, inzwischen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen.

Die sehr heftige Explosion ereignete sich gegen 10.35 Uhr. Die Mieterin der betroffenen Wohnung, eine Mutter von zwei Kindern, hielt sich zu diesem Zeitpunkt nicht in den Räumen auf. Die Wucht der Detonation war so stark, dass Glassplitter bis zu 70 Meter weit geschleudert wurden. Trümmerteile durchschlugen sogar die Heckscheibe eines geparkten Autos. Eine Augenzeugin berichtete, dass sie unmittelbar nach der Explosion eine gewaltige Stichflamme wahrgenommen habe, die durch die zerborstene Fensterscheibe des Wohnzimmers geschlagen sei.

Wehren aus umliegenden Orten

Feuerwehren aus Ludwigsfelde, Trebbin und Großbeeren waren nur Minuten später am Einsatzort. Sie bekämpften die Flammen in der lichterloh brennenden Wohnung. Nach nur 15 Minuten war der Brand unter Kontrolle, sodass ein Übergreifen des Feuers auf Nachbarwohnungen verhindert werden konnte.

Im Treppenhaus des von der Gasexplosion direkt betroffenen Gebäudeflügels entdeckten die Rettungskräfte bei den Löscharbeiten einen schwerstverletzten 23 Jahre alten Mann. Unklar blieb zunächst, ob es sich bei ihm um einen Hausbewohner handelt. Sein Zustand wurde als so kritisch eingeschätzt, dass ein Notarzt entschied, ihn per Hubschrauber in eine Klinik bringen zu lassen. Eine Mieterin kam mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Eine weitere Mieterin erlitt einen Schock, auch sie musste stationär behandelt werden.

Wie durch ein Wunder blieb es bei verhältnismäßig geringem Sachschaden. Nach gut einer halben Stunde war das Feuer gelöscht. Die durch den Brand beschädigte Wohnung wurde dennoch zerstört. Ein leerstehendes Appartement in der Etage über ihr wurde durch die Flammen beschädigt. Da die Ursache des Unglücks zunächst nicht klar war und um die anderen Mieter in dem Bau mit 60 Wohnungen im Falle weiterer Explosionen nicht zu gefährden, veranlassten Polizei und Feuerwehr die Räumung des gesamten Blocks. Die Menschen wurden von den Rettungskräften betreut. Erst nachdem die Gasversorgung für das gesamte Gebäude unterbrochen war, durften die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren.

Zahlreiche Anwohner der Clara-Zetkin-Straße in Ludwigsfelde wirkten auch noch mehrere Stunden nach dem Unglück noch sehr verstört, sie hatten sichtlich Mühe, das Geschehen zu verarbeiten. Einige der Betroffenen standen unter Schock. So berichtete eine Nachbarin, dass in der Etage unterhalb der explodierten Wohnung durch den Druck der Detonation eine Tür durch die verglaste Tür eines Kinderzimmers geschleudert worden war. Zum Glück habe sich das Kleinkind in dem Moment mit seiner Mutter auf dem Balkon aufgehalten und sei deshalb unversehrt geblieben.

Nach dem Unglück wurde der betroffene Gebäudeteil mit zehn Wohnungen, von denen sechs vermietet sind, polizeilich gesperrt. Die Mieter erhielten nur einmal kurz Gelegenheit, einige persönliche Dinge aus ihren Räumen zu holen. Mitarbeiter der Kriminaltechnik sind derzeit mit der Spurensuche beschäftigt, um die Unglücksursache herauszufinden. Die Wohnungsbaugesellschaft "Märkische Heimat" hat den Mietern Ersatzwohnungen angeboten. Die Mehrzahl der Betroffenen kam am Sonntag jedoch bei Verwandten oder Bekannten unter.

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