Brandenburg

Landrat wegen Kinderpornografie verurteilt

Foto: ddp / DDP

Weil er Kinderporno-Bilder und -Videos aus dem Internet auf privaten Computern gespeichert hat, muss Georg Dürrschmidt, Landrat in Brandenburg, 16.800 Euro Geldstrafe zahlen. Der CDU-Kommunalpolitiker hatte die Vorwürfe bestritten und im Prozess die Aussage verweigert.

Gegen den wegen Kinderpornografie-Vorwürfen angeklagten Landrat des Kreises Oberspreewald-Lausitz, Georg Dürrschmidt (CDU), ist eine Geldstrafe verhängt worden. Das Amtsgericht Senftenberg verurteilte den 50-Jährigen am Montag zur Zahlung von 16.800 Euro. Ihm war vorgeworfen worden, zwischen Herbst 2004 und Januar 2007 im Internet kinderpornografische Bilder angesehen zu haben.

Die Ermittler hatten auf einem Computer aus Dürrschmidts privatem Wohnbereich in Großräschen rund 50 Bild- und Videodateien gefunden. Der Ende 2008 vorläufig vom Dienst suspendierte Landrat wies die Anschuldigungen stets von sich.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Geldstrafe von 19.600 Euro gefordert. Dagegen plädierte die Verteidigung auf Freispruch.

Der verheiratete Familienvater aus der Pfalz war 1990 in den Landkreis Oberspreewald-Lausitz gekommen und seitdem in der Kommunalpolitik aktiv. 2006 war er zum Landrat gewählt worden.

Deutsche Gerichte haben in der Vergangenheit bereits mehrmals Angeklagte wegen Kinderpornografie verurteilt. Hier einige Fälle:

Das Landgericht Leipzig schickte im Dezember 2008 einen 36 Jahre alten Kinderporno-Händler für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Außerdem sollte der Mann eine Geldstrafe von 450 Euro zahlen. Er hatte gestanden, Kunden in Deutschland und Europa mit kinderpornografischen Dateien versorgt zu haben. Er übergab ihnen hauptsächlich CDs und kassierte dafür tausende Euro.

Der Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel wurde im August 2008 nach einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Besitzes von Kinderpornos seines Amtes enthoben. Das Richterdienstgericht mit Sitz in Frankfurt/Main gab damit dem Antrag des Justizministeriums statt. Der 54 Jahre alte promovierte Jurist hatte dem Urteil zufolge jahrelang Bilddateien kinderpornografischen Inhalts aus dem Internet geladen und teilweise gespeichert.

Das Amtsgericht Hamburg-Wandsbek verurteilte im Juli 2008 einen 59-jährigen Mann, der tausende Kinderpornos auf seinem Computer gespeichert hatte. Der Geschäftsmann erhielt eine Bewährungsstrafe von acht Monaten. Bei dem Angeklagten waren gut 3400 Bilder und mehr als 350 Videos mit Kinderpornos gefunden worden.

Wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilte das Amtsgericht Neumünster einen ehemaligen Realschullehrer im Januar 2008 zu einem halben Jahr Gefängnis. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt. Der einschlägig vorbestrafte 55-Jährige hatte zahlreiche eindeutige Dateien bewusst auf seinem Computer gesammelt. Die Videos und Bilder waren Anfang 2005 zufällig entdeckt worden, als der Rechner zur Reparatur abgegeben wurde.

Wegen des Besitzes von mehr als 200.000 kinderpornografischer Filme und Videos verurteilte das Amtsgericht Braunschweig im Januar

2008 einen 48-Jährigen zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung. Der Familienvater hatte außerdem Polaroid-Nacktfotos seiner siebenjährigen Tochter gemacht.

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