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08.02.12

Feuertod in Brandenburg

Töchter verbrannt – Däne kommt jetzt vor Gericht

Im August sind in einem Waldstück bei Börnicke die verkohlten Leichen zweier kleiner Mädchen gefunden worden – angeschnallt in einem ausgebrannten Auto. Alles sah zunächst nach einem Unfall aus, den der Vater überlebte. Doch in zwei Wochen wird dem Dänen der Prozess gemacht.

Rund sechs Monate nach dem Feuertod zweier dänischer Mädchen soll sich der Vater wegen Mordes vor dem Landgericht Potsdam verantworten. Der Prozessbeginn ist für den 21. Februar geplant, sagte ein Justizsprecher am Mittwoch. Die Anklage wirft dem 40-jährigen Dänen zweifachen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Er soll seine Kinder wegen eines Sorgerechtsstreits getötet haben, weil er sie seiner geschiedenen Ehefrau nicht gönnte. Beim gemeinsamen Urlaub in Deutschland soll der Mann Line Sofie (9) und Marlene Marie (10) im August 2011 grausam getötet haben.

Ihre verkohlten Leichen waren im vergangenen August in dem ausgebrannten Wagen des Vaters in einem Waldstück nahe der Autobahn A24 (Hamburg-Berlin) bei Börnicke (Havelland) entdeckt worden. Der 40-Jährige hatte zunächst angegeben, seine Kinder seien bei einem Unfall ums Leben gekommen. Er selbst hatte schwere Brandverletzungen erlitten. Laut Anklage hat der Däne jedoch am 12. August 2011 gegen 3 Uhr seine Töchter zunächst mit Schlafmitteln betäubt. Dann zündete der Vater mit einem Brandbeschleuniger das Auto an, in dem seine Töchter angeschnallt und schlafend auf der Rückbank saßen.

Die Ermittlungen hatten sich kompliziert gestaltet: Da das Auto vollständig ausgebrannt war, gab es kaum verwertbare Spuren zur Brandursache. Wichtigste Beweise lieferte schließlich die Obduktion der Leichen: Ein toxikologisches Gutachten belegte Schlafmittel im Körper der Kinder.

Der Däne befindet sich seit September in Brandenburg/Havel in Untersuchungshaft. Zuvor war er im Unfallkrankenhaus Berlin behandelt und operiert worden.

Die Schwurgerichtskammer in Potsdam ließ die Anklage nun in vollem Umfang zu. Da die Untersuchungshaft in der Regel nicht länger als sechs Monate dauern soll, beginnt der Prozess noch im Februar, wird aber erst am 13. März fortgesetzt. Bislang hat das Gericht nach Angaben des Sprechers vorsorglich Termine bis Ende Mai eingeplant, weil auch Zeugen aus Dänemark gehört werden sollen.

Quelle: dpa/ap
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