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07.02.12

Potsdamer Sportschule

Missbrauchsvorwürfe - Anklage gegen 16-Jährige

Am Potsdamer Sportinternat Friedrich Ludwig Jahn sollen sich zwei Jugendliche an einem jüngeren Schüler sexuell vergangen haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die zwei 16-Jährigen erhoben.

© dpa/DPA
Sportschule Friedrich Ludwig Jahn
Die "Eliteschule des Sports" gehört zum Olympiastützpunkt Potsdam. Träger der Schule ist die Stadt. In der Einrichtung lernen derzeit fast 600 sportbegabte Mädchen und Jungen

Nach den Missbrauchsvorwürfen an der Potsdamer Sportschule "Friedrich Ludwig Jahn" hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei 16-Jährige erhoben. Den Jugendlichen werde eine gemeinschaftlich begangene Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen, sagte Behördensprecher Ralf Roggenbuck am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Laut Anklage haben sich die Nachwuchshandballer Ende September 2011 im Internat der Eliteschule an zwei Mitschülern im Alter von 13 und 14 Jahren vergangen. Wann sich die Schüler vor dem Jugendrichter des Amtsgerichts Potsdam verantworten müssen, steht noch nicht fest.

Anders als zunächst vermutet, sehen die Ermittler keinen sexuellen Hintergrund der Tat. "Es wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Bestrafungsaktion ohne sexuelle Motivation gehandelt hat", sagte Roggenbuck.

Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt und zu einer Reihe von Konsequenzen geführt. Die beiden 16 Jahre alten Schüler waren zunächst suspendiert worden, durften aber einige Wochen später an die Eliteschule zurückkehren. Zudem wurde die gesamte Führungsriege des Internats sowie ein Trainer suspendiert und eine Übergangsleitung eingesetzt. Hintergrund war, dass sich die Opfer zwar Betreuern anvertraut hatten, diese jedoch zunächst nichts unternahmen.

Inzwischen gibt es nach Angaben der Stadt Potsdam eine neue Internatsleitung. Die frühere Chefin ist an anderer Stelle tätig. Zwei Mitarbeiterinnen wurde gekündigt. "In diesen Fällen lag nach unserer Ansicht ein grobes Fehlverhalten vor", sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Die Betroffenen wehren sich jedoch vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigung.

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