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Mord in Ludwigsfelde

Ex-Bürgermeister schrieb Buch über Eheprobleme

Der Ex-Bürgermeister von Ludwigsfelde soll seine Frau getötet haben. Die Ermittler äußern sich nicht zu einem Motiv. Doch Heinrich Scholl soll eine Erzählung geschrieben haben, in der auch von Beziehungsproblemen die Rede ist.

Mordfall in Ludwigsfelde
Foto: Steffen Pletl
Kriminaltechniker sammeln im Wohnhaus von Heinrich Scholl Beweismittel

Auch zwei Tage nach der Verhaftung des Ex-Bürgermeisters von Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) haben die Ermittler dessen Haus weiter nach Spuren durchsucht. Details dazu wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Freitag aber nicht nennen.

Heinrich Scholl (68) steht unter Mordverdacht und befindet sich seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Er soll seine Frau Brigitte (67) Ende Dezember heimtückisch ermordet haben. Auch ihren Hund soll der SPD-Politiker getötet haben. Der 68-Jährige hat dies bislang jedoch nicht eingeräumt.

Die Leiche war am 30. Dezember in einem Wald bei Ludwigsfelde gefunden worden. Ob dies auch der Tatort war, sagen die Ermittler bislang nicht.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll jedoch in der Nähe das Handy von Heinrich Scholl geortet worden sein. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft schweigt dazu. Auch sonst gibt sie kaum Details preis.

Sicher ist bislang nur: Vor allem Hinweise aus der Bevölkerung haben zur Verhaftung des 68-Jährigen geführt, der von 1990 bis 2008 Bürgermeister des rund 24.000-Einwohner-Städtchens war.

Erst vor wenigen Tagen war Brigitte Scholl, die einen Kosmetiksalon betrieben und sich in sozialen Projekten engagiert hatte, beerdigt worden - da war ihr Mann noch frei. Auf der Schleife des Trauerkranzes war zu lesen: „In Tiefer Trauer. Dein Heiner.“

Nachbarn und Bekannte sind fassungslos und suchen nach einer Erklärung für das Unfassbare. Das Schweigen der Ermittlungsbehörden lässt Raum für Spekulationen.

Erst wenige Wochen vor der Tat soll der SPD-Politiker zu seiner Frau nach Ludwigsfelde zurückgekehrt sein. Laut „Bild“-Zeitung verfasste er unter Pseudonym auch eine Erzählung, in der es auch um Eheprobleme geht. Nach Angaben der Verlegerin handelt sich um eine Erzählung mit einer Mischung aus Autobiografie und Fiktion. Das Manuskript sei bislang nicht veröffentlicht worden, sagte sie. „Das Buch liegt vor“, sagte Oberstaatsanwalt Helmut Lange knapp. Ob das Schriftstück eine Rolle spielt bei den Ermittlungen, kommentierte er nicht.

Parallel zu den Mord-Ermittlungen läuft in Neuruppin bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption ein weiteres Verfahren gegen Scholl. Der SPD-Politiker gehört zu einem größeren Personenkreis, gegen den die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechlichkeit überprüft.dpa/mim

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