Gesundheitsgefahr
Keime im Trinkwasser – Angermünde kocht ab
Wieder sind gesundheitsschädlicher Keime im Trinkwasser gefunden worden. Diesmal trifft es die Uckermark: Alle 10.000 Einwohner von Angermünde sollen nun ihr Wasser abkochen oder Mineralwasser verwenden. Woher die Keime kommen ist noch unklar.
Von Markus Falkner und Andreas Gandzior
Wegen gesundheitsschädlicher Keime im Trinkwasser in der Uckermark sollen die rund 10.000 Einwohner von Angermünde vorübergehend ihr Trinkwasser abkochen. Dies sei eine vorbeugende Sicherheitsmaßnahme, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung am Dienstag und bestätigte einen Bericht der "Märkischen Oderzeitung". Im Wasser waren an verschiedenen Stellen, so beispielsweise in einer Kita und einer Schule, Enterokokken-Bakterien entdeckt worden. Auch anderenorts tauchten in Wasserleitungen Keime auf.
Wie es zu der Häufung der Keime kommen konnte, ist noch ungeklärt. Die Untersuchungen, die der Zweckverband Ostuckermärkische Wasserversorgung und Abwasserbehandlung sowie das Gesundheitsamt, in Auftrag gaben, wiesen bisher unterschiedliche Ergebnisse aus.
Am Dienstag wurde nun begonnen, gemeinsam doppelte Kontrollen an bestimmten Trinkwasserleitungen vorzunehmen. Der Wasserverband, verantwortlich für die Zufuhr, kontrolliert kurz vor der Wasseruhr , das Gesundheitsamt dann kurz hinter der Wasseruhr, erläuterte die Sprecherin. "Es werden gemeinsame Proben an den gleichen Leitungen gemacht." Die Proben werden wie zuvor auch an unterschiedliche Stellen zur Analyse geschickt.
Der Verband nutzt dafür ein Labor in Frankfurt (Oder), das komplett negative Ergebnisse auswies. Das Gesundheitsamt schickt das Wasser in das Landeslabor, das bisher zu teils positiven Ergebnissen kam. So wurden in Kitas und Schulen unter anderem in Casekow, Hohenselchow, Angermünde und Gartz vor einigen Tagen belastetes Wasser festgestellt.
An diesem Donnerstag (8.11.) soll in Abhängigkeit von den Befunden entschieden werden, ob das Leitungsnetz mit Chlor durchspült wird, um die Keime abzutöten, oder nicht. Enterokokken sind Bakterien, die insbesondere bei Kleinkindern und immungeschwächten Menschen Magen-Darm- und Harnwegsinfektionen verursachen können.
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