Brandenburg
Seltene Schildkröten aus Zuchtstation gestohlen
Streng geschützte Sumpfschildkröten sind aus einer Brandenburger Aufzuchtstation gestohlen worden. Damit ist der Bestand der letzten einheimischen Art gefährdet.
Durch den Raub von mehreren streng geschützten Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) aus einer Brandenburger Aufzuchtstation ist der Bestand der letzten einheimischen Schildkrötenart gefährdet. Die deutschlandweit noch 100 Tiere in freier Wildbahn lebten in Brandenburg, sagte Norbert Schneeweiß von der Naturschutzstation Rhinluch (Barnim) am Donnerstag. Nach Medienberichten war vor einigen Tagen in die Naturschutzstation eingebrochen worden. Unbekannte hatten gezielt die unersetzlichen Zuchttiere entwendet.
Wie viele der Tiere fehlten, sei noch unklar. Schneeweiß sagte, dass sie sich normalerweise auf die Überwinterung vorbereiteten und nicht immer zu beobachten seien. An schönen Tagen würden sie sich in der Mittagszeit aber noch für einige Zeit zeigen. "Wir haben aber nichts gesehen", sagte er. Jedes Tier ist nach seinen Angaben mit seinem individuellen Genpool für den Fortbestand der letzten einheimischen Population außerordentlich wertvoll. Einige der Weibchen seien schon 50 bis 70 Jahre alt und sehr sensibel. Bis zu 50 Nachkommen wurden schon gezüchtet.
An Naturfreunde wurde appelliert, den Handel mit dieser Art sofort anzuzeigen. Nach Angaben von Schneeweiß bieten "fanatische Terrarianer", die Reptilien sammeln und züchten wollen, für manche seltenen Arten bis zu 20.000 Euro. Der durch den Diebstahl angerichtete finanzielle Schaden sei nicht zu beziffern. Die Auswirkungen auf das Zuchtprogramm seien immens.
Schildkröten sind die ältesten Vertreter der heute noch lebenden Reptilien. Älter als die Saurier behaupten sie sich seit fast 200 Millionen Jahren auf der Erde.
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