Brandenburg
Polizei erschießt ausgebrochenen Löwen
Ein Löwe, der aus einem Zirkus ausgebrochen und frei in der brandenburgischen Stadt Neuruppin herumgelaufen war, ist von der Polizei erschossen worden.
Der Schrecken währte nur kurz und endete brutal:Die Polizei hat am Freitag in Neuruppin einen Löwen erschossen, der aus einem Zirkus ausgebrochen war. Das wilde und gefährliche Tier sei in einer Gartenkolonie in der Nähe eines Wohngebietes entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher. Dort sei er in Absprache mit den Verantwortlichen vom Zirkus von einem Beamten niedergestreckt worden. Menschen kamen nicht zu Schaden.
"Ich habe keinen anderen Ausweg gesehen: Bevor einem Menschen etwas passiert, habe ich ihrer Tötung zugestimmt", sagte Zirkusdirektor Joschi Ortmann. "Alles andere wäre zu gefährlich gewesen. Ich wollte kein Risiko eingehen. Menschenleben gehen vor." Die Ereignisse stecken dem 54-Jährigen noch spürbar in den Knochen. Schock, Erschütterung und Erleichterung zugleich klingen in seiner Stimme.
Der etwa 30-minütige Ausflug des Tiers hatte gegen 16.15 Uhr während der Vorstellung mit rund 100 Zuschauern begonnen. Die dreieinhalbjährige Nala habe ihn angegriffen, schilderte Ortmann. Seien Frau Carmen und Sohn Ginoseien ihm zur Hilfe geeilt. Aus Angst um seinen Vater habe der 23-Jährige eine Tür geöffnet – für ihn den Dompteur. Doch die Löwin sei schneller gewesen, habe ihn beiseite gedrängt – und sei aus dem Zelt geflohen.
"Sie war schon immer ein wenig schwierig", berichtete Ortmann. Er sei jedoch mit dem Tier klargekommen. Aktuell schätzte er die Situation jedoch als brisant ein, weil das Tier ihm gegenüber aggressiv gewesen sei – und weil Brunftzeit sei. Die Polizei prüft nun, ob Versäumnisse seitens des Zirkusses vorliegen, der sich selbst Raubtier-Circus Humberto nennt.
Seit Donnerstag gastiert die Truppe in der Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Bis Sonntag will das Unternehmen noch bleiben. Als nächste Station sei die Stadt Pritzwalk (Prignitz) vorgesehen - dann nur noch mit zwei statt drei Löwen. Es war nicht der erste Zwischenfall mit einem Zirkustier in Brandenburg:Schmerzhaft endete kürzlich für zwei Spaziergänger die Begegnung mit einem ausgebrochenen Kamel in Teltow. Dieses biss und trat um sich.
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