Flughafen-Anbindung
Klagen gegen Airport-Express-Züge zum BBI
Ab 2012 sollen neben den S-Bahnen auch Express-Züge und ICE zwischen BBI und Hauptbahnhof oder Innenstadt pendeln. Anwohner klagen gegen das Vorhaben.
Blick aus einem Flugzeug auf die Baustelle des zukünftigen Airport Berlin-Brandenburg-International (BBI) in Schönefeld.
Neben den zahlreichen Protesten gegen den drohenden Fluglärm des künftigen Hauptstadtflughafen wird auch Kritik am Zugverkehr zum Flughafen BBI laut. Am Dienstag verhandelt das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zwei Klagen zur östlichen Schienenanbindung des Flughafens Berlin Brandenburg International. Zur BBI-Eröffnung 2012 sollen neben den S-Bahnen sogenannte Airport-Express-Züge aus dem Tiefbahnhof direkt unter dem Passagierterminal in 30 Minuten in die Berliner Innenstadt fahren. Später sollen Züge in zwanzig Minuten zwischen dem BBI und dem Hauptbahnhof pendeln und auch ICE-Hochgeschwindigkeitszüge in den Bahnhof einfahren.
Der Berlin-Brandenburgische Bahnkundenverband klagt gegen den Bau einer Bahntrasse der geplanten Fernbahn, die vom Flughafen in Richtung Osten durch den Bohnsdorfer Erholungswald verlaufen soll. Eine alternative Route in den Norden entlang der Autobahn 113 sei nicht ausreichend geprüft worden, sagte der Landesvorsitzende Frank Böhnke der Nachrichtenagentur dpa. "Die Alternativtrasse ist umweltfreundlicher, verursacht weniger Kosten und weniger betriebliche Probleme", sagte Böhnke. Einen Baustopp konnte der Bahnkundenverband im Juni jedoch nicht beim Oberverwaltungsgericht durchsetzen. Mittlerweile ist eine Schneise gerodet worden, Brücken und Masten wurden gebaut.
In einer zweiten Klage fordert die Gemeinde Eichwalde Schallschutzmaßnahmen für die Görlitzer Bahn. Die bestehende Trasse durch den Ort werde durch den Flughafen zukünftig viel stärker belastet, sagte Bürgermeister Bernd Speer (parteilos). "Der Lärm ist jetzt schon grenzwertig. Wir brauchen dringend Schallschutzwände", sagte Speer.
Die Entscheidung kann laut Speer auch Auswirkungen auf die Nachbargemeinden Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen haben. Wenn Eichwalde mit der Klage Erfolg habe, könnten die anderen ebenfalls Gemeinden Schallschutz fordern. Das könnte die Kosten für die Schienenanbindung des BBI deutlich erhöhen. Momentan veranschlagt der Flughafen 636 Millionen Euro. Berlin und Brandenburg tragen je 30 Millionen Euro, 576 Millionen Euro kommen vom Bund.
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