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15.07.10

Rathenow

Rekonstruktion von Familientragödie fällt schwer

Der 28 Jahre alte René S. hat gestanden, seine Eltern getötet zu haben. Die Ermittler müssen die Vorgänge nun rekonstruieren. Doch es gibt bislang neben Zeugenaussagen nur Leichtenteile.

Steffen Pletl

Polizeibeamte und Forensiker betreten den Tatort: Auf dem Grundstück im brandenburgischen Rathenow soll der damals 28 Jahre alte Mann im Sommer 2010 seine Eltern getötet und zerteilt haben. Gegen den ehemaligen Jura-Studenten wurde Haftbefehl erlassen, nun fordert die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung wegen Mordes.

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Nach der Familientragödie in Rathenow (Havelland) mit zwei Toten liegt vor den Ermittlern mühevolle Aufklärungsarbeit. Vor allen Dingen die Rekonstruierung des Dramas, bei dem der 28-jähriger René S. seine Eltern getötet und zerstückelt haben soll, wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Potsdam kompliziert. "Wir haben zwar die Angaben des Beschuldigten", sagte er. Nun muss aber geklärt werden, ob sich die Aussagen mit dem Spurenbild deckten. "Da wir nur Leichenteile haben, ist es schwierig, diese Frage zu klären."

Der Sohn der Opfer - eine 60-jährige Frau und ihr 67 Jahre alter Ehemann - war am Dienstag festgenommen worden. Der ehemalige Jura-Student ist in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft hat er die Taten gestanden, die er schon Anfang Juni begangen haben soll. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen zweifachen Totschlags.

Der 28-Jährige soll seine Eltern, Sylvia und Detlef S., getötet haben, weil ein Streit um seine berufliche Zukunft eskalierte. Um die Leichen des Paares verschwinden zu lassen, soll er seine Eltern zerstückelt haben. Die Polizei war am Dienstag auf dem Grundstück der Familie im Schuppen auf die Leichenteile gestoßen. Ein besorgter Nachbar, der das Paar länger nicht gesehen hatte, hatte die Polizei verständigt.

Nach Medienberichten hat der 28-Jährige seine Eltern erschlagen. Das Tatwerkzeug ist laut Staatsanwaltschaft sichergestellt. Nähere Angaben wollte der Sprecher aber nicht machen. Dies gilt auch für Details zu der Familie.

Nachbarn beschrieben die Familie als unauffällig. Der Sohn, ein Einzelkind, lebte noch zu Hause und wurde Medien gegenüber als intelligent und "Eigenbrötler" beschrieben. Die Eltern sollen dominant gewesen.

Die Tragödie ist schon das zweite Familiendrama, das sich binnen kurzer Zeit in Rathenow abspielte: Im April wurde eine 45-Jährige erwürgt und erschlagen – von ihrem 19 Jahre alten Sohn. Davon geht die Staatsanwaltschaft Potsdam aus. Der junge Mann war wenige Tage nach der Tat auf einem Rastplatz an der A2 bei Brandenburg/Havel festgenommen worden. Er ist in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen wegen Totschlags dauern an, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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