Waldbrand
Feuer schlägt bei Jüterbog Schneise der Verwüstung
Ein Großfeuer auf einem alten Truppenübungsplatz im brandenburgischen Jüterbog vernichtete bislang 240 Hektar Wald – und es brennt weiter.
Es handelt sich um den vierten Großbrand auf dem früheren Truppenübungsplatz Jüterbog/West seit 2003.
Der Waldbrand auf dem früheren Truppenübungsplatz Jüterbog hat sich weiter ausgebreitet. Insgesamt seien schon 240 Hektar Fläche erfasst, sagte am Dienstag Brandenburgs Agrarstaatssekretär Rainer Bretschneider am Rande des Brandgebiets. Das am Sonntag ausgebrochene Feuer wurde am Dienstag von einem Flugzeug aus bekämpft. Zuvor waren auch Löschhubschrauber im Einsatz.
In knapp zwei Kilometer Entfernung liegen die Orte Pechüle und Klausdorf. "Wegen der großen Rauchwolke hatten wir anfänglich Sorge. Inzwischen muss sich niemand mehr ernsthaft Gedanken machen", sagte Jüterbogs Stadtfeuerwehrführer Tino Gausche. Als Vorsichtsmaßnahme wurde ein Schutzstreifen am Rande des Truppenübungsplatzes gezogen. Als Brandursache wird Selbstentzündung alter Munition vermutet. Diese potenzielle Gefahr bestehe landesweit auf mindestens 1000 Hektar Wald- und Freiflächen, die einst militärisch genutzt wurden und munitionsbelastet sind, sagte Bretschneider. Dazu gehörten auch Gebiete um Halbe, wo 1945 eine große Kesselschlacht tobte, oder Flächen im Landkreis Märkisch-Oderland.
Es handelt sich um den vierten Großbrand auf dem früheren Truppenübungsplatz Jüterbog/West seit 2003. Seither hatte die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg als Eigentümer schachbrettartig Brandschutzstreifen über das Gelände ziehen lassen. 60 Prozent dieser Streifen sind nach Angaben der Stiftung fertig. Zudem seien bisher über zehn Kilometer Wege von Munition befreit worden. Das sei etwa die Hälfte des Wegenetzes auf dem Platz.
Da die Brandfläche stark mit Altmunition belastet ist, kann sie aus Sicherheitsgründen von den Feuerwehren nicht befahren werden. Einsatzleiter Gausche sprach daher auch von einem "kontrollierten Abbrennen". Die Brandbekämpfer warteten, bis das Feuer an die munitionsfreien Brandschutzstreifen vordringt, um es dann einzudämmen und zu löschen.
In fast ganz Brandenburg gilt wegen der anhaltenden Trockenheit die höchste Waldbrandwarnstufe vier. Allein am Wochenende hatte es laut Bretschneider 33 Waldbrände im Bundesland gegeben. Dabei wurden 107 Hektar Wald vernichtet.
Das seit 2003 eingeführte flächendeckende System zur Früherkennung von Waldbränden in Brandenburg habe sich bewährt, sagte Bretschneider bei einem anschließenden Besuch in der Waldbrandzentrale Wünsdorf. Landesweit 107 Kameras mit optischen Sensoren liefern alle acht Minuten Bilder, die in insgesamt elf solcher Waldbrandzentralen ausgewertet werden. Seit Einführung dieses "FireWatch"-Systems habe sich die Brandbekämpfung erheblich verbessert, sagte Christian Naffin vom Brandenburger Landesbetrieb Forst. Bei mehr als 60 Prozent aller Brände 2009 seien die Feuerwehren schon 15 Minuten nach Eingang der Meldung am Brandort gewesen.
Unterdessen forderte der CDU-Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum die Landesregierung erneut auf, ein Kampfmittelbeseitigungskonzept aufzustellen. "Die ehemaligen Truppenübungsplätze in Brandenburg sind wegen der immer noch vorhandenen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg tickende Zeitbomben", sagte er.
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