21.02.13

Brandenburg

Zu wenig Spaß im Amt – Piratenchef tritt zurück

Weil "der dringend notwendige Spaß" abhanden gekommen sei, gibt Pirat Michael Hensel sein Amt als Vorsitzender auf.

Foto: dpa

Der Vorsitzende der Brandenburger Piraten, Michael Hensel, ist von seinem Amt zurückgetreten
Der Vorsitzende der Brandenburger Piraten, Michael Hensel, ist von seinem Amt zurückgetreten

Nur einen Tag nach dem Rücktritt des baden-württembergischen Landeschefs der Piratenpartei legt auch der Vorsitzende der Piraten in Brandenburg, Michael Hensel, sein Amt nieder.

Der Landeschef gibt den Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung an seine derzeitige Stellvertreterin Clara Jongen ab. "Es wurde immer mehr Arbeit", sagte der 35-jährige Diplom-Informatiker Hensel am Donnerstag.

Kein Spaß mehr, zuviel Stress

Durch den zunehmenden Stress sei er immer frustrierter geworden, sagte Hensel weiter. Seine fünf Jahre alte Tochter habe er immer seltener gesehen. Der dringend notwendige Spaß an der Amtsausübung sei ihm dadurch in den vergangenen Monaten verloren gegangen.

Erst am Mittwoch hatte der baden-württembergische Piratenchef Lars Pallasch nach anonymen Drohungen und Beleidigungen seinen Rücktritt erklärt. Seine Gründe seien andere gewesen, sagte Hensel. Viele hätten den Zeitaufwand nach dem Erfolg bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2011 falsch eingeschätzt. "Das konnte sich keiner vorstellen, was da auf einen zukommt."

Für seine Partei sei sein sofortiger Rücktritt das beste, sagte der 35-jährige Hensel. "Eine Hülle, die als Vorsitzender nichts tut, das bringt der Partei keine Pluspunkte."

Brandenburger Piraten in Umfrage bei 2 Prozent

Die gestiegenen Anforderungen an die ehrenamtlichen Vorstände sollten auf mehrere Schultern verteilt werden. Zudem sollte künftig nicht mehr so stark auf einzelne Personen geschaut werden und inhaltliche Debatten dafür in den Fokus rücken. "Es wird zu sehr auf die Vorstände geschaut. Dabei vertreten sie nur die inhaltliche Arbeit nach außen", meinte Hensel.

Die brandenburgische Piratenpartei liegt in Umfragen seit Monaten unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. In einer Forsa-Umfrage im Januar war die Partei zuletzt auf zwei Prozent abgestürzt.

Der Diplom-Informatiker Hensel ist seit drei Jahren Parteimitglied bei den Piraten. Er übernahm das Amt des Vorsitzenden im August 2011. Hensel wird sich künftig in der Partei um die Themen Transparenz, demokratische Teilhabe, Bürgerrechte und Datenschutz kümmern.

Quelle: dpa/oje
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Liebes-Nachhilfe Flirten wie ein Silberrücken
William und Kate Hip-Hop-Crashkurs für die Royals
Chaos Panik in indischer Stadt durch verirrten Leopard
Xbox-One vs PS4 Microsoft muss knappe Niederlage hinnehmen
mood_inklusion_300.jpg
Inklusionspreis Berlin…

Auszeichnung für Unternehmen, die vorbildlich für behinderte…mehr

Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Reisetipps

Zehn spannende Events weltweit im Mai

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote