21.02.2013, 12:47

Brandenburg Zu wenig Spaß im Amt – Piratenchef tritt zurück


Der Vorsitzende der Brandenburger Piraten, Michael Hensel, ist von seinem Amt zurückgetreten

Foto: Patrick Pleul / dpa

Der Vorsitzende der Brandenburger Piraten, Michael Hensel, ist von seinem Amt zurückgetreten Foto: Patrick Pleul / dpa

Weil „der dringend notwendige Spaß“ abhanden gekommen sei, gibt Pirat Michael Hensel sein Amt als Vorsitzender auf.

Nur einen Tag nach dem Rücktritt des baden-württembergischen Landeschefs der Piratenpartei legt auch der Vorsitzende der Piraten in Brandenburg, Michael Hensel, sein Amt nieder.

Der Landeschef gibt den Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung an seine derzeitige Stellvertreterin Clara Jongen ab. "Es wurde immer mehr Arbeit", sagte der 35-jährige Diplom-Informatiker Hensel am Donnerstag.

Kein Spaß mehr, zuviel Stress

Durch den zunehmenden Stress sei er immer frustrierter geworden, sagte Hensel weiter. Seine fünf Jahre alte Tochter habe er immer seltener gesehen. Der dringend notwendige Spaß an der Amtsausübung sei ihm dadurch in den vergangenen Monaten verloren gegangen.

Erst am Mittwoch hatte der baden-württembergische Piratenchef Lars Pallasch nach anonymen Drohungen und Beleidigungen seinen Rücktritt erklärt. Seine Gründe seien andere gewesen, sagte Hensel. Viele hätten den Zeitaufwand nach dem Erfolg bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2011 falsch eingeschätzt. "Das konnte sich keiner vorstellen, was da auf einen zukommt."

Für seine Partei sei sein sofortiger Rücktritt das beste, sagte der 35-jährige Hensel. "Eine Hülle, die als Vorsitzender nichts tut, das bringt der Partei keine Pluspunkte."

Brandenburger Piraten in Umfrage bei 2 Prozent

Die gestiegenen Anforderungen an die ehrenamtlichen Vorstände sollten auf mehrere Schultern verteilt werden. Zudem sollte künftig nicht mehr so stark auf einzelne Personen geschaut werden und inhaltliche Debatten dafür in den Fokus rücken. "Es wird zu sehr auf die Vorstände geschaut. Dabei vertreten sie nur die inhaltliche Arbeit nach außen", meinte Hensel.

Die brandenburgische Piratenpartei liegt in Umfragen seit Monaten unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. In einer Forsa-Umfrage im Januar war die Partei zuletzt auf zwei Prozent abgestürzt.

Der Diplom-Informatiker Hensel ist seit drei Jahren Parteimitglied bei den Piraten. Er übernahm das Amt des Vorsitzenden im August 2011. Hensel wird sich künftig in der Partei um die Themen Transparenz, demokratische Teilhabe, Bürgerrechte und Datenschutz kümmern.

(dpa/oje)
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