19.02.2013, 14:38

Mordprozess Scholl soll an psychosomatischer Störung leiden

Im Mordprozess gegen Heinrich Scholl hat ein Gutachter dem 70-Jährigen bescheinigt, unfähig zur Aggressionsbewältigung zu sein.

Der unter Mordverdacht stehende frühere Brandenburger Kommunalpolitiker Heinrich Scholl (70) leidet laut einem Gutachten an einer psychosomatischen Störung. Dies habe aber im Falle einer Verurteilung keine Auswirkung auf die Schuldfähigkeit des Angeklagten, führte der psychiatrische Gutachter Alexander Böhle am Dienstag vor dem Landgericht Potsdam aus.

Hintergrund der Erkrankung ist aus Sicht des Mediziners Scholls Unfähigkeit, Aggressionen zu bewältigen. Sein früheres Amt als Bürgermeister von Ludwigsfelde habe ihm geholfen, Eheprobleme zu kompensieren. "Da war er Chef", sagte der Gutachter Böhle.

Scholl soll seine als dominant geltende Ehefrau getötet haben. Sie war Ende Dezember 2011 mit einem Schnürsenkel erdrosselt und tot in einem Waldstück gefunden worden. Der 70-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Der Psychiater konnte sich daher bei seinem Gutachten nur auf allgemeine Angaben stützen. Nach seinen Aussagen wird sich entscheiden, ob nach fünf Monaten die Beweisaufnahme geschlossen werden kann.

Bislang wurden mehr als 90 Zeugen in dem Indizienprozess gehört. Das Gericht hatte zunächst Termine bis Ende Februar geplant. Ein Urteil wäre demnach Ende Februar möglich.

(dpa/sei)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter