16.02.13

Pferdefleisch

Brandenburger Hersteller ruft Gulasch zurück

Ein Brandenburger Konservenhersteller hat Rindergulasch vom Markt genommen. Auch die Menge sichergestellter Lasagne steigt weiter.

Eine Neuruppiner Konservenfabrik hat Dosen mit Rindergulasch vom Markt genommen, weil in ihnen nach Firmenangaben Spuren von Pferde-DNA nachgewiesen wurden. Es handele sich um ein Produkt mit der Bezeichnung "Rindergulasch 540g Omnimax" und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 05.11.2015, teilte der Hersteller Dreistern-Konserven GmbH & Co. KG am Freitag mit.

Betroffene Ware sei bereits vorsorglich aus dem Sortiment der Kunden genommen worden. Verbraucher hätten die Möglichkeit, die Ware in dem Laden zurückzugeben, in dem sie es gekauft haben. Bisher standen französische Hersteller im Fokus der Pferdefleisch-Debatte.

"Es handelt sich bei dem Produkt um ein sicheres, in keiner Weise die Gesundheit der Verbraucher beeinträchtigendes Lebensmittel", betonte das Unternehmen. Der Rückruf erfolge als reine Vorsichtsmaßnahme.

Die nachgewiesenen Spuren von Pferde-DNA könnten "im Rahmen der Fleischverarbeitung bereits durch die Nutzung gemeinsamer Schlachthäuser oder Transportbehälter entstanden sein".

Verbraucherschutzministerin Tack ist "erschüttert"

Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Anita Tack (Linke) zeigte sich "erschüttert" von dem Fall und sprach von "hoher krimineller Energie", die hart bestraft werden müsse. Lebensmittelkontrolleure des Landkreises Ostprignitz-Ruppin würden jetzt ermitteln, wie das Pferdefleisch in die Konserven gelangen konnte.

Wegen des Verdachts auf nicht deklariertes Pferdefleisch wurden in Brandenburg inzwischen rund 28.500 Packungen Tiefkühl-Lasagne sichergestellt. Das Land sei darüber informiert worden, dass möglicherweise zwei weitere Warenlager mit nicht deklariertem Pferdefleisch beliefert wurden, berichtete das Verbraucherschutzministerium.

Zuvor waren schon drei andere Lager betroffen, so dass ihre Zahl auf fünf wuchs. Weiterhin gebe es aber keine Hinweise, dass entsprechende Ware in den Handel gelangt sei.

Tausende Packungen stapeln sich im Lager

Die verdächtigen Packungen in Brandenburg seien nicht etwa abtransportiert worden, sondern in den Warenlagern der Einzelhandelsketten geblieben, erläuterte Ministeriumssprecherin Alrun Kaune-Nüßlein. Hier würden sie – gekennzeichnet – auf gesonderten Paletten aufbewahrt und zunächst nicht ausgeliefert.

Für die Kontrolle seien die Veterinär- und Überwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Die betroffenen Einzelhandelsunternehmen und Orte der Warenlager würden nicht genannt, da es sich zunächst nur um Verdachtsfälle handele, sagte die Sprecherin.

Sollten sie sich bestätigen, liege die Entscheidung bei den Firmen, ob sie die Ware vor Ort oder in ihren Zentralen vernichteten. Die Ergebnisse amtlicher Proben werden den Angaben zufolge nicht vor Donnerstag nächster Woche erwartet.

Unterdessen bestätigte sich der Pferdefleisch-Verdacht bei immer mehr Produkten in Europa. Prüfer fanden die Zutat in weiteren Fertiggerichten, die angeblich nur Rindfleisch enthielten. Branchenkenner äußerten den Verdacht, dass illegal geschlachtete Pferde im Hackfleisch landeten. In Brüssel berieten Experten aller EU-Staaten über Konsequenzen aus dem Skandal.

Quelle: dpa/mim
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