15.02.2013, 16:37

Pferdefleisdch-Skandal 26.000 Packungen Lasagne in Brandenburg sichergestellt


Ein Mitarbeiter zeigt im Landeslabor Berlin-Brandenburg Proben, die auf Anteile von Pferdefleisch untersucht werden sollen

Foto: Florian Schuh / dpa

Ein Mitarbeiter zeigt im Landeslabor Berlin-Brandenburg Proben, die auf Anteile von Pferdefleisch untersucht werden sollen Foto: Florian Schuh / dpa

In Brandenburg stapelt sich Ware, in der Pferdefleisch vermutet wird. Offiziell bestätigt ist das bisher nicht, Laborergebnisse fehlen noch.

Wegen des Verdachts auf nicht deklariertes Pferdefleisch sind in Brandenburg inzwischen rund 26.000 Packungen Tiefkühl-Lasagne sichergestellt worden. Es seien 3440 Produkte hinzugekommen, teilte das Verbraucherschutzministerium am Freitag in Potsdam mit. Weiterhin gebe es aber keine Hinweise, dass entsprechende Ware in den Handel gelangt sei.

Drei Lager waren in Brandenburg nach bisherigen Erkenntnissen über einen Großhändler mit der Lasagne beliefert worden. Die Ergebnisse amtlicher Proben werden nicht vor Donnerstag nächster Woche erwartet. Im Landeslabor Berlin/Brandenburg begannen Lebensmittelchemiker mit der Analyse von Fleischproben. Erste Proben seien aus einigen Berliner Bezirken angekommen, hieß es. Sie können aus Tiefkühlessen stammen, aber auch von Buletten, Nudelsoße oder Dönern.

Verdächtige Packungen stapeln sich

Die verdächtigen Packungen in Brandenburg seien nicht etwa abtransportiert worden, sondern in den Warenlagern der Einzelhandelsketten geblieben, erläuterte Ministeriumssprecherin Alrun Kaune-Nüßlein. Hier würden sie – gekennzeichnet – auf gesonderten Paletten aufbewahrt und zunächst nicht ausgeliefert.

Für die Kontrolle seien die Veterinär- und Überwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Die betroffenen Einzelhandelsunternehmen und Orte der Warenlager würden nicht genannt, da es sich zunächst nur um Verdachtsfälle handele, sagte die Sprecherin. Sollten sie sich bestätigen, liege die Entscheidung bei den Firmen, ob sie die Ware vor Ort oder in ihren Zentralen vernichteten.

Unterdessen bestätigte sich der Pferdefleisch-Verdacht bei immer mehr Produkten in Europa. Prüfer fanden die Zutat in weiteren Fertiggerichten, die angeblich nur Rindfleisch enthielten. Branchenkenner äußerten den Verdacht, dass illegal geschlachtete Pferde im Hackfleisch landeten. In Brüssel berieten Experten aller EU-Staaten über Konsequenzen aus dem Skandal.

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