08.02.13

Brandenburg

60-Jährige soll zu Mord an Schwangerer angestiftet haben

Auch wenn die Leiche der Frau fehlt, geht die Polizei von Mord aus. Mehr als 15 Jahre nach der Tat wurde nun eine 60-Jährige verhaftet.

Foto: dapd

Seit 15 Jahren fehlt von der jungen Frau jede Spur
Seit 15 Jahren fehlt von der jungen Frau jede Spur

Mehr als 15 Jahre nach dem Verschwinden einer hochschwangeren Jugendlichen aus Leegebruch (Landkreis Oberhavel in Brandenburg) wird der Fall für die Ermittler immer klarer: Wegen Anstiftung zum Mord ist eine 60-Jährige verhaftet worden.

Es handelt sich dabei um die Mutter eines der beiden Tatverdächtigen, teilte die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Freitag mit. Die 33 und 78 Jahre alten Männer waren bereits im November 2012 verhaftet worden. Die Frau habe seit Jahren in Verdacht gestanden. "Im Zuge der weiteren umfangreichen Ermittlungen hat sich der Tatverdacht erhärtet", sagte Sprecherin Lolita Lodenkämper. Das Motiv der 60-Jährigen soll sein, dass sie Unterhaltsansprüche gegen ihren Sohn verhindern wollte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 17-Jährige heimtückisch ermordet worden ist. Ihre Leiche ist bislang jedoch verschwunden. Zuletzt war die junge Frau im Juli 1997 nach einer Schwangerschaftsuntersuchung im Krankenhaus Hennigsdorf gesehen worden. Obwohl die Eltern bei der Suche nach ihrer Tochter auch einen Privatdetektiv einschalteten hatten, blieb die Jugendliche verschwunden.

Frau wurde an ihrem Arbeitsplatz verhaftet

Im Januar 2012 rollte die Polizei den Fall auch mit Hilfe der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" noch einmal auf. Dabei erhärtete sich aufgrund von Indizien der schon früher bestehende Verdacht gegen den Ex-Freund der Jugendlichen. Er soll der Vater des damals erwarteten Kindes sein.

Im November 2012 wurden der 33-Jährige und ein 78 Jahre alter Bekannter der Familie schließlich verhaftet. Die Männer sollen die Jugendliche heimtückisch getötet haben - nachdem sie von der heute 60-Jährigen dazu angestiftet worden seien.

Die Frau ist laut Staatsanwaltschaft am Donnerstag an ihrem Arbeitsplatz in Kremmen (Oberhavel) verhaftet worden. Am Freitag wurde sie der Haftrichterin in Neuruppin vorgeführt. Die Männer schweigen laut Staatsanwaltschaft bislang zu den Vorwürfen.

Die Staatsanwaltschaft will in Kürze Mordanklage erheben. "Wir benötigen dafür die Leiche des Opfers nicht", sagte Lodenkämper. Aus Sicht der Ankläger reichen auch die Indizien, um die Beschuldigten zu überführen.

Bestärkt fühlt sich die Behörde durch das Oberlandesgericht (OLG) in Brandenburg/Havel: Die Richter hatten im Januar eine Haftbeschwerde der Männer abgelehnt, weil sie von einem dringenden Tatverdacht ausgehen.

Die Hoffnung, die Leiche der Jugendlichen doch noch zu finden, haben die Ermittler nicht aufgegeben. "Sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen, werden wir speziell ausgebildete Hunde aus dem Ausland holen, um nach der Leiche suchen", sagte Lodenkämper. Diese Hunde hätten beispielsweise bei der Suche nach Massengräbern auf dem Balkan geholfen.

Quelle: dpa/sei
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