29.01.2013, 14:28

Mordprozess Verteidigung setzt im Fall Scholl auf "Miss Marple"

Ein Spürhund der Polizei soll den unter Mordverdacht stehenden Ex-Bürgermeister von Ludwigsfelde, Heinrich Scholl, entlasten.

Im Mordprozess gegen den Ex-Bürgermeister von Ludwigsfelde, Heinrich Scholl (69), kommt aus Sicht der Verteidigung einem Spürhund eine zentrale Bedeutung zu.

Eine Fährte, der der Hund "Miss Marple" am 29. Dezember 2011 gefolgt war, erschüttert ihrer Meinung nach die Indizienkette der Staatsanwaltschaft. Um dies zu belegen, will Rechtsanwältin Heide Sandkuhl unter anderen den Hundeführer von "Miss Marple" sowie einen Beamten aus Nordrhein-Westfalen als Zeugen hören, der besonders erfahren ist im Umgang mit Personenspürhunden.

Entsprechende Beweisanträge stellte sie am Dienstag vor dem Landgericht Potsdam. Das Gericht bezog dazu zunächst keine Stellung.

Scholl, der an diesem Mittwoch 70 Jahre wird, soll seine Frau Brigitte (67) in einem Waldstück getötet haben. Sie war am 29. Dezember 2011 erdrosselt worden. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Die Staatsanwaltschaft glaubt aber, ihn anhand von Indizien überführen zu können. Sie stützt ihre Anklage unter anderem auf DNA-Spuren und die Ortung von Scholls Handy in Tatortnähe. Zudem wollten ihn Zeugen in Tatortnähe gesehen haben. Vor Gericht machten die bislang mehr als 40 Zeugen jedoch widersprüchliche Angaben.

Der Prozess soll am 12. Februar 2013 fortgesetzt werden. Bislang hat das Gericht Termine bis zum 28. Februar 2013 eingeplant. Ein Gerichtssprecher bezweifelte, dass bis dahin ein Urteil möglich ist. Die Kammer wolle dies aber noch nicht ausschließen, meinte er.

(dpa/sei)
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