23.11.12

Brandenburg

Zwei Menschen bei Unfall mit Geisterfahrer verletzt

Auf der B101 bei Großbeeren (Landkreis Teltow-Fläming) ist ein 22-Jähriger frontal in ein entgegenkommendes Auto gerast.

Bei einem Verkehrsunfall mit einem Geisterfahrer sind in Brandenburg zwei Menschen schwer verletzt worden.

Ein 22-Jähriger war am Donnerstagabend bei Großbeeren (Landkreis Teltow-Fläming) in falscher Richtung auf die Bundesstraße 101 aufgefahren, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Nach wenigen hundert Metern stieß er frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Beide Fahrer wurden schwer verletzt in Kliniken gebracht, der Unfallverursacher per Hubschrauber. Die B101 Richtung Berlin war viereinhalb Stunden gesperrt.

Warum der 22-Jährige als Geisterfahrer unterwegs war, ist dem Sprecher zufolge noch völlig unklar. Ein Blutprobe soll klären, ob er möglicherweise betrunken war.

Die B101 ist an der Unfallstelle vierspurig ausgebaut. Die Fahrbahnen sind durch eine Mittelleitplanke getrennt.

Was die Statistik zu Geisterfahrer sagt

Eine Auswertung des ADAC im Jahr 2009 hat ergeben, dass Geisterfahrer meist männlich und älter als 65 Jahre sind. Zudem sind oft Alkohol oder Drogen im Spiel. Neuere Zahlen lägen nicht vor, sagte der Verkehrsexperte des Automobilclubs, Andreas Hölzel, am Freitag. Seiner Einschätzung nach dürfte sich an den Ergebnissen der Untersuchung jedoch nichts geändert haben. Falschfahrten seien statistisch gesehen ein marginales Problem - obwohl sich die Fälle in den vergangenen Wochen gehäuft hätten.

In dem analysierten Zeitraum von Dezember 2008 bis Dezember 2009 wurden 66 Geisterfahrten mit einem Unfall gezählt. Dabei kam es zu 20 Toten und 86 Verletzten. Wie viele Geisterfahrten es in dieser Zeit insgesamt gab, ist jedoch nicht klar. Bei einer Auswertung von Presseberichten zählte der Verkehrsclub 147. Die Zahl der Warnungen im Rundfunk summierte sich allerdings auf 2.800.

In 81 Prozent der Fälle lenkten Männer das falsch fahrende Auto, in sieben Prozent Frauen. Bei 12 Prozent lagen keine Informationen zum Geschlecht vor. Die größte Altersgruppe unter den Geisterfahrern stellten mit 45 Prozent der Fälle Menschen über 65. Personen zwischen 30 und 65 Jahren machten 35 Prozent aus, jüngere Lenker saßen in 20 Prozent der Fälle am Steuer.

In 47 Prozent der Fälle, über die in der Presse berichtet wurde, ließ sich keine Ursache für die Geisterfahrt ausmachen. Bei 23 Prozent waren Alkohol oder Drogen im Spiel, acht Prozent wurden auf Verwirrung des Fahrers zurückgeführt, zwölf Prozent auf Orientierungsverlust. In sechs Prozent der Fälle wendete der Geisterfahrer bewusst auf freier Strecke.

Quelle: dapd/sei
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