20.11.12

Brandenburg

Rocker ersticht Mann nach Karnevalsfeier - Motiv unklar

Mit einem Stich ins Herz soll der Rocker in Annahütte einen Bekannten getötet haben. Beide waren nach einer Karnevalsfeier in Streit geraten.

Von Ulla Reinhard

Nach dem gewaltsamen Tod eines 26-Jährigen nach einer Karnevalsveranstaltung in Annahütte (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) steht die Polizei vor einem Rätsel.

Der Täter, ein 25 Jahre alter Mann, wurde bereits festgenommen und sitzt seit Montag in Untersuchungshaft. Er hat jedoch bisher keine Angaben zur Tat und zu seinem Motiv gemacht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Cottbus, die wegen Totschlags ermittelt, soll es sich bei ihm um ein Mitglied der Rockergruppierung Red Devils handeln - einen Supporter-Club der Hells Angels. "Es gibt bisher keine Anhaltspunkte, dass die Tat einen Rockerbezug haben könnte", sagte Justizsprecher Horst Nothbaum.

Stich ins Herz

Eine am Montag vorgenommene Obduktion ergab, dass der 26-Jährige an einem Stich ins Herz gestorben war. Zusammen mit den Ermittlungen der Polizei lässt sich der Ablauf der Tat demnach wie folgt rekonstruieren: Als die Karnevalsfeier am Sonntag gegen 4 Uhr früh zu Ende ging, sollen Opfer und Täter in einen Streit geraten sein. Im Verlauf der Auseinandersetzung sollen sie sich geprügelt haben, wobei sich beide Seiten gleichermaßen attackierten. Plötzlich habe der 25-Jährige das Messer gezogen und in den Brustkorb des Opfers gestochen.

Verdächtiger schweigt

Der 26-Jährige sackte lebensgefährlich verletzt auf den Boden. Ein Notarzt konnte ihm nicht mehr helfen, er starb noch am Tatort. Der geflüchtete Täter konnte erst Stunden später festgenommen werden. Spezialeinsatzkräfte stellten den mutmaßlichen Messerstecher am Vormittag. In seiner Vernehmung ließ er sich nicht zu den Geschehnissen ein. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl, der am Nachmittag vom Amtsgericht Senftenberg erlassen wurde.

In den nächsten Tagen sollen weitere Zeugen vernommen werden, die die Tat und die vorherige Auseinandersetzung mitbekommen haben könnten. Auch soll der Tatverdächtige nochmals befragt werden. Außerdem stehen laut Polizei kriminaltechnische Untersuchungen an.

Täter und Opfer sollen schon länger miteinander bekannt gewesen sein. Zwar haben beide die Karnevalsfeier am Sonnabend besucht. Horst Pawlik, Ortsvorsteher von Annahütte, schloss einen Zusammenhang zwischen der Tat und den Feierlichkeiten jedoch aus. Die Tat habe nicht im Klubhaus, sondern auf einem Parkplatz in der Nähe stattgefunden, sagte er Morgenpost Online. Auch wenn die Staatsanwaltschaft bisher keine Anhaltspunkte für einen Bezug zur Rockerszene sieht, wird auch dieser Ermittlungsansatz weiter überprüft.

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