10.11.12

Frankfurt (Oder)

Deutsch-polnisches Bündnis stoppt Neonazi-Aufmarsch

Gemeinsam haben Deutsche und Polen in Frankfurt (Oder) friedlich gegen eine Neonazi-Demonstration protestiert. Sie stoppten die Rechten.

Foto: dpa
„Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“: Mehrere hundert Demonstranten stoppten einen Neonazi-Aufmarsch
"Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)": Mehrere hundert Demonstranten stoppten einen Neonazi-Aufmarsch

Mehrere hundert Menschen haben am Sonnabend im Stadtzentrum von Frankfurt (Oder) gegen einen Neonazi-Aufmarsch demonstriert. Rund 500 von ihnen blockierten nach Polizeiangaben die geplante Strecke, so dass der Aufmarsch der NPD mit knapp 100 Teilnehmern gestoppt wurde.

Da der Protest friedlich war, schritt die Polizei nicht ein. Sie war mit einem massiven Aufgebot vertreten, um ein unmittelbares Aufeinandertreffen beider Lager zu vermeiden. Nach mehreren Stunden traten die Rechten nach und nach die Heimreise an.

Nach Angaben der Polizei waren am Abend alle Teilnehmer des Neonazi-Aufmarsches abgereist. Ein Sprecher zeigte sich erleichtert und zufrieden über den Verlauf der Aktionen: Es habe keine Zwischenfälle gegeben.

"Wir haben ein klares Zeichen gesetzt", sagte ein Sprecher des Bündnisses "Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)". Bereits im vergangenen März hatten Hunderte Oderstädter einen Aufmarsch der NPD verhindert.

Zum Gegenprotest aufgerufen

Das Bündnis hatte erneut zum Gegenprotest aufgerufen und wird von etwa 80 Organisationen und ebenso vielen Einzelpersonen unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Deutsch-Polnische Gesellschaft Brandenburg, der Allgemeine Studentischer Ausschuss (AStA) der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), zahlreiche Parteien oder auch die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg.

"Wir wollen in Brandenburg keine Nazis, das müssen wir immer wieder dokumentieren", sagte Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke). Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) betonte, Frankfurt stehe für Toleranz und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die Europa-Universität Viadrina mit Studenten aus über 80 Ländern sei dafür ein Beispiel. Auch deren Präsident Gunter Pleuger beteiligte sich an dem Protest.

"Besonders wichtig ist, dass wir mit einer grenzüberschreitenden Aktion ein Signal gesetzt haben", so der Bündnis-Sprecher. Zu der Demonstration waren auch Teilnehmer und Journalisten aus Polen angereist. "Grenzen dicht für Nazis. Freie Fahrt der Freundschaft mit Polen" oder "Nieder mit den Nazis", hieß es auf Plakaten. Auch im benachbarten Slubice sollte protestiert werden gegen den Aufmarsch.

Quelle: dpa/mim
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