Unfall
Lastwagen rast in Reisebus - 21 Fahrgäste werden verletzt
Erneut ein schwerer Busunfall auf einer Autobahn in Brandenburg: Ein Kleinlaster fährt in einen Reisebus. Wieder gibt es viele Verletzte.
Ein Lastwagen ist auf der Autobahn 115 zwischen Berlin und Potsdam auf einen Reisebus aus Thüringen aufgefahren. Von den 44 Businsassen wurden nach Polizeiangaben 21 leicht verletzt. Zunächst hatte die Polizei von 47 Insassen gesprochen.
Der 42 Jahre alte Lastwagenfahrer wurde eingeklemmt und schwer verletzt und nach seiner Befreiung durch die Feuerwehr mit einem Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik geflogen.
Der Reisebus sei von Berlin aus auf dem Heimweg nach Thüringen gewesen, sagte ein Polizeisprecher, als der Lkw in einem Stauende auffuhr. Die Reisegruppe hatte nach seinen Angaben unter anderem das dramatische WM-Qualifikationsmatch am Dienstag gegen Schweden (4:4) im Olympiastadion verfolgt.
Unachtsamkeit des Lastwagenfahrers vermutet
Als Ursache für den Zusammenstoß um kurz nach 10.00 Uhr zwischen den Anschlussstellen Drewitz und Saarmund wurde Unachtsamkeit des Lastwagenfahrers aus dem Havelland vermutet. Bei seinem Fahrzeug handelte es sich den Angaben zufolge um einen 7,5 Tonnen schweren Kleinlaster aus Sachsen-Anhalt. Wenige Minuten vor dem Unfall war ein Auto von der Fahrbahn abgekommen und gegen die Leitplanke geprallt. Dessen 48 Jahre alte Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht.
Die verletzten Businsassen wurden in umliegenden Krankenhäusern ambulant versorgt. Unterdessen warteten die Mitreisenden in der Potsdamer Rettungswache und es wurde ein Ersatzbus organisiert. Später setzte dann die gesamte Reisegruppe samt Busfahrer ihre Heimreise nach Thüringen fort.
Autobahn zwischen Berlin und Potsdam lange gesperrt
Die Autobahn war nach der Kollision zunächst gesperrt werden, zur Mittagszeit gaben die Ordnungskräfte dann die Fahrspuren nach und nach wieder frei. Ein Gutachter soll nun die genaue Ursache für den Unfall klären. Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf mehre zehntausend Euro.
Schon mehrfach ist es in der Vergangenheit auf den Autobahnen nahe Berlin zu schweren Busunfällen gekommen. Erst Ende September waren Schüler aus Polen verunglückt. Der mit 61 Menschen besetzte Reisebus aus Poznan war am 27. September auf dem Weg nach London gewesen. Auf der A10 zwischen Michendorf und Ferch hatte er anhalten müssen. Ein Lastwagenfahrer hatte dies zu spät bemerkt und war aufgefahren. Der polnische Lastwagenfahrer und sein mitfahrender Landsmann wurden bei dem Aufprall getötet, mehrere Menschen schwer verletzt.
Der Unfall weckte Erinnerungen an das tragische Busunglück am 26. September 2010. Damals hatte sich ebenfalls in der Nähe von Berlin ein schweres Unglück mit einem polnischen Reisebus ereignet, das 14 Todesopfer forderte. Auslöser war der Fahrfehler einer Autofahrerin. Sie wurde im Juni von Landgericht Potsdam wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt.


















