15.09.12

Kundgebungen

Demonstranten verhindern NPD-Aufmarsch in Potsdam

Eigentlich sollte der NPD-Aufmarsch um 11 Uhr starten. Doch Gegendemonstranten blockieren die Route der etwa 80 Rechtsextremisten.

Foto: dpa
NPD-Kundgebung
Mit Gegenkundgebungen und einem Großaufgebot der Polizei begegnet Potsdam dem Aufmarsch der rechtsextremen NPD

Gegendemonstranten haben am Sonnabend den geplanten Zug von Rechtsextremen durch Potsdam über Stunden verhindert. Bis zum frühen Nachmittag war es wegen zweier spontan angemeldeter Aktionen für die nach Augenzeugen etwa 80 Rechtsextremen unmöglich wie geplant zu starten.

Rund 2000 Gegendemonstranten hatten sich auf der Langen Brücke zusammengefunden. Mit Sitzblockaden sollte den Rechtsextremen diese geplante Route verwehrt werden. Dazu hatten sich in Bahnhofsnähe weitere Gegendemonstranten versammelt, um den Weg zu versperren. "Für weitere Entscheidungen muss jetzt die Frage der Verhältnismäßigkeit geprüft werden", sagte Polizeisprecher Rudi Sonntag.

Die rechtsextreme NPD hatte ihren Aufmarsch von 11 bis 17 Uhr angemeldet. Rund 1500 Bereitschaftspolizisten und weitere Beamte sind im Einsatz. Mit einem Fest wehren sich das Bündnis "Potsdam bekennt Farbe" und die Stadt gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Polizei hatten den Gegedemonstranten auf der Langen Brücke zunächst ein 90-minütiges Demonstrationsrecht eingeräumt, das gegen 13.30 Uhr auslief. Die Polizei hatte angekündigt, die Brücke zu räumen, sollte sich die Gegendemonstration bis dahin nicht aufgelöst haben. Bislang hat die Polizei allerdings keine Aktion unternommen. Laut Informationen von Morgenpost Online äußern Polizeikreisen Bedenken gegen eine Räumung, weil sich dort auch Eltern mit ihren Kindern aufhalten.

Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) würdigte das Engagement der Potsdamer gegen Rechtsextremismus. "Bisher ist es Nazis nicht gelungen, in der Stadt Fuß zu fassen", betonte er zur Eröffnung des Toleranzfestes.

Jakobs betonte: "Potsdam ist eine Stadt der Toleranz und gehört nicht den Nazis. Notfalls werden wir das auch beweisen." Er wäre froh, wenn die NPD endlich verboten werde.

Gegen den rechten Aufmarsch sind acht Gegenveranstaltungen angemeldet. Die rechten Demonstranten sollen von den Gegendemonstranten getrennt werden.

Alle Potsdamer und Besucher der Stadt haben zur gleichen Zeit Gelegenheit, bei einem Toleranzfest nahe des Hauptbahnhofes zu feiern und gegen die Rechtsextremen protestieren. Das Fest gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ist eine Veranstaltung des Bündnisses "Potsdam bekennt Farbe" und der Stadt. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm wird geboten. Angesagt haben sich auch zahlreiche Brandenburger Politiker.

Quelle: dpa/BMO/bee
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