Senftenberg
Lokführer nach Unfall immer noch nicht vernehmungsfähig
Nach dem Güterzugunfall bei Senftenberg kann der Lokführer immer noch nicht vernommen werden. Es wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
Eineinhalb Wochen nach dem Güterzugunglück bei Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mit einem Toten ist der Lokführer noch nicht vernehmungsfähig. Er liege schwer verletzt im Krankenhaus, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus.
Sie ermittelt gegen den Mann wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und des fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr.
Er soll die Lok vor der Abfahrt entgegen der gängigen Praxis allein vor die Waggons gespannt und dabei nicht bemerkt haben, dass die Hauptbremsleitung zwischen Lok und Waggons geschlossen war.
Die Lokomotive mit 39 Waggons hatte dadurch zu wenig Bremskraft und kollidierte im Bahnhof Hosena nahe der Grenze zu Sachsen mit einem stehenden Güterzug.
Umstürzende Wagen zerstörten ein Stellwerk - ein 54-jähriger Bahnmitarbeiter kam unter den Trümmern ums Leben.
Der Lokführer ist der einzige Beschuldigte. Zwar kontrolliere normalerweise ein zweiter Mann das Anspannen der Lokomotive, erläuterte die Staatsanwaltschaft. Dafür gebe es aber keine Dienstvorschrift, so dass dessen Abwesenheit keine strafrechtlichen Konsequenzen habe.
Räumarbeiten laufen auch nachts
An der Unfallstelle wird nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn derzeit auch nachts und am Wochenende an der Reparatur der zerstörten Gleise, Weichen und Oberleitungen gearbeitet.
Dennoch werde es noch Wochen dauern, bis der Zugverkehr wiederaufgenommen werden könne. Einen konkreten Termin dafür wollte sie am Montag nicht nennen. Bis zum Abschluss bleibe die Bahnstrecke zwischen Ruhland, Hosena und Hoyerswerda gesperrt. Als Ersatz fahren Busse.
Noch liegen einige der beschädigten Wagen sowie die entgleiste Lok auf dem Gelände. Beide Güterzüge gehören zur ITL Eisenbahngesellschaft. Durch den Unfall entstanden Schäden in Millionenhöhe.


















