28.07.12

Güterzugunfall

Strecke bleibt für unbestimmte Zeit gesperrt

Nach dem schweren Güterzugunfall räumen Helfer mit schwerem Gerät die Strecke bei Senftenberg. Wie lange das dauert ist ungewiss.

Foto: DAPD

Eine Luftaufnahme zeigt die entgleisten Waggons zweier Güterzüge bei Hosena nahe Senftenberg (Brandenburg).

13 Bilder

Nach dem schweren Güterzugunfall mit einem Toten in Brandenburg wird die Bahnstrecke noch mehrere Tage gesperrt bleiben. Die Aufräumarbeiten dauerten am Wochenende an. Zugleich suchen die Ermittler nach der Ursache für das Unglück - menschliches Versagen wird nicht ausgeschlossen.

Mit massiver Technik soll die Strecke am Bahnhof Hosena bei Senftenberg in der Lausitz so schnell wie möglich wieder freigeräumt werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonnabend mitteilte. Zwei Kranwagen wurden dazu eingesetzt.

"Die Kräfte arbeiten die ganze Nacht durch", sagte der Bahn-Sprecher am Samstagabend. Bislang seien zehn ineinander verkeilte Wagen weggeräumt, weitere 15 türmten sich aber noch auf den Gleisen.

Bagger trugen außerdem neben der Strecke die Trümmer des Stellwerkgebäudes ab, unter denen der 54 Jahre alte Eisenbahner verschüttet worden war. Nach Angaben der Bahn ist noch nicht abzusehen, wann die Strecke wieder freigegeben werden kann.

Die Bundespolizei prüft, ob menschliches Versagen zu das Unglück geführt hatte. "Wir ermitteln wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr", sagte Sprecher Meik Gauer. Die Ermittlungen vor Ort seien am Freitag abgeschlossen worden. Gemeinsam mit Spezialisten des Eisenbahnbundesamtes würden nun die sichergestellten Daten ausgewertet. Bis der zuständigen Staatsanwaltschaft in Cottbus Ergebnisse vorlägen, werde es aber wahrscheinlich noch etwas dauern.

Auch eine Freigabe der Strecke kann sich noch hinziehen. "Derzeit kann noch niemand sagen, wie lange die Aufräumarbeiten dauern", sagte ein Bahnsprecher. Parallel müssen Ingenieure nach einer Lösung suchen, wie das zerstörte Stellwerkgebäude ersetzt werden kann. Betroffen ist die Strecke zwischen Ruhland, Hosena und Hoyerswerda. Als Ersatz fahren Busse.

3000 Tonnen Schrott

Ein mit fast 3000 Tonnen Schotter beladener Zug war am Donnerstagabend unweit der brandenburgisch-sächsischen Grenze auf einen leeren Güterzug aufgefahren. Die Wucht war so groß, dass mehrere Waggons entgleisten. Das Stellwerkgebäude wurde zerstört und der 54-Jährige unter den Trümmern begraben. Erst etwa 17 Stunden später konnten Rettungskräfte den Mann tot bergen.

Die beiden Lokführer überlebten das Unglück: Der Fahrer des auffahrendes Zuges hatte sich geistesgegenwärtig kurz vor dem Aufprall mit einem Sprung aus dem Führerstand gerettet. Er brach sich die Beine und liegt nach Angaben seines Arbeitgebers in Dresden im Krankenhaus. Der andere Lokführer erlitt einen Schock, wurde aber bereits aus der Klinik entlassen.

Beide Männer sind bei der ITL Eisenbahngesellschaft, einem Unternehmen der Captrain Deutschland GmbH, beschäftigt und fuhren deren Züge. Das Unternehmen sprach den Angehörigen des getöteten Stellwerkers ihr Mitgefühl aus. "Wir setzen alles daran, die Behörden bei der Aufklärung des Unfalls zu unterstützen", sagte eine Sprecherin. Weitere Angaben zu den Lokführern machte sie nicht.

Quelle: dpa/dpad/ap/mim
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Bei den Lohnverhandlungen gab es eine Einigung bei den BVG
09:05Lohnverhandlungen
Einigung im Tarifstreit bei den BVG - Streikgefahr abgewendet

Am frühen Mittwochvormittag gab es einen Kompromiss in den festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben. Damit sind mögliche Streiks im öffentlichen Verkehr nun abgewendet. mehr...

Rechtsanspruch: Bis 2017 müssen insgesamt 11.000 Betreuungsplätze geschaffen werden
09:47Erfolgloses Konzept
"Ein-Euro"-Kitas werden wieder abgeschafft

Viele Berliner Kitas müssen dringend saniert werden, den Bezirken fehlt jedoch das Geld. Das zur Lösung des Problems geplante Ein-Euro-Programm wird nun beendet - der Senat hält es für gescheitert. mehr...


Rocket-Internet-Geschäftsführer Alexander Kudlich in der Firmenzentrale in Mitte
11:03Rocket Internet
100 Millionen Dollar für Zalando-Klon Zalora

Der von Rocket Internet im vergangenen Jahr nach dem Zalando-Vorbild in Südostasien gegründete Modeversender Zalora geht auf Expansionskurs. Finanziert von Kinnevik, Summit Partners und Tengelmann mehr...

Gefährlicher Zwischenfall am U-Bahnhof Kurfürstendamm: Zwei Schläger flüchteten nach einer Prügelattacke auf einen Passanten in den Tunnel der U-Bahn
11:06Gewalt
Schläger vom Kudamm flüchten vor Polizei in U-Bahn-Tunnel

Nachdem drei Schläger einen Mann auf dem Berliner U-Bahnhof Kurfürstendamm überfallen hatten, flüchteten zwei der Täter in den Schacht der U-Bahn-Linie 9. Ein 19-Jähriger wurde festgenommen. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
Iran Rafsandschani darf bei Wahl nicht antreten
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
 
title
Abi 2012

Hier finden Sie eine Übersicht der Abiturienten.mehr

1085783744.jpg
Ausbildung 2013

Ratschläge zur erfolgreichen Gestaltung und zur Berufswahlmehr

Bildschirmfoto 2013-05-07 um 15.39.57.png
Outletcenter

Diese Outletcenter bieten gute Ware zu günstigen Preisen... mehr

Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote