Güterzugunfall
Strecke bleibt für unbestimmte Zeit gesperrt
Nach dem schweren Güterzugunfall räumen Helfer mit schwerem Gerät die Strecke bei Senftenberg. Wie lange das dauert ist ungewiss.
Nach dem schweren Güterzugunfall mit einem Toten in Brandenburg wird die Bahnstrecke noch mehrere Tage gesperrt bleiben. Die Aufräumarbeiten dauerten am Wochenende an. Zugleich suchen die Ermittler nach der Ursache für das Unglück - menschliches Versagen wird nicht ausgeschlossen.
Mit massiver Technik soll die Strecke am Bahnhof Hosena bei Senftenberg in der Lausitz so schnell wie möglich wieder freigeräumt werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonnabend mitteilte. Zwei Kranwagen wurden dazu eingesetzt.
"Die Kräfte arbeiten die ganze Nacht durch", sagte der Bahn-Sprecher am Samstagabend. Bislang seien zehn ineinander verkeilte Wagen weggeräumt, weitere 15 türmten sich aber noch auf den Gleisen.
Bagger trugen außerdem neben der Strecke die Trümmer des Stellwerkgebäudes ab, unter denen der 54 Jahre alte Eisenbahner verschüttet worden war. Nach Angaben der Bahn ist noch nicht abzusehen, wann die Strecke wieder freigegeben werden kann.
Die Bundespolizei prüft, ob menschliches Versagen zu das Unglück geführt hatte. "Wir ermitteln wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr", sagte Sprecher Meik Gauer. Die Ermittlungen vor Ort seien am Freitag abgeschlossen worden. Gemeinsam mit Spezialisten des Eisenbahnbundesamtes würden nun die sichergestellten Daten ausgewertet. Bis der zuständigen Staatsanwaltschaft in Cottbus Ergebnisse vorlägen, werde es aber wahrscheinlich noch etwas dauern.
Auch eine Freigabe der Strecke kann sich noch hinziehen. "Derzeit kann noch niemand sagen, wie lange die Aufräumarbeiten dauern", sagte ein Bahnsprecher. Parallel müssen Ingenieure nach einer Lösung suchen, wie das zerstörte Stellwerkgebäude ersetzt werden kann. Betroffen ist die Strecke zwischen Ruhland, Hosena und Hoyerswerda. Als Ersatz fahren Busse.
3000 Tonnen Schrott
Ein mit fast 3000 Tonnen Schotter beladener Zug war am Donnerstagabend unweit der brandenburgisch-sächsischen Grenze auf einen leeren Güterzug aufgefahren. Die Wucht war so groß, dass mehrere Waggons entgleisten. Das Stellwerkgebäude wurde zerstört und der 54-Jährige unter den Trümmern begraben. Erst etwa 17 Stunden später konnten Rettungskräfte den Mann tot bergen.
Die beiden Lokführer überlebten das Unglück: Der Fahrer des auffahrendes Zuges hatte sich geistesgegenwärtig kurz vor dem Aufprall mit einem Sprung aus dem Führerstand gerettet. Er brach sich die Beine und liegt nach Angaben seines Arbeitgebers in Dresden im Krankenhaus. Der andere Lokführer erlitt einen Schock, wurde aber bereits aus der Klinik entlassen.
Beide Männer sind bei der ITL Eisenbahngesellschaft, einem Unternehmen der Captrain Deutschland GmbH, beschäftigt und fuhren deren Züge. Das Unternehmen sprach den Angehörigen des getöteten Stellwerkers ihr Mitgefühl aus. "Wir setzen alles daran, die Behörden bei der Aufklärung des Unfalls zu unterstützen", sagte eine Sprecherin. Weitere Angaben zu den Lokführern machte sie nicht.


















