Brandenburg
Bahnmitarbeiter nach schwerem Zugunglück vermisst
Nach einem Güterzugunfall im brandenburgischen Senftenberg hoffen die Rettungskräfte auf ein Lebenszeichen des verschütteten Stellwerkers.
Bei dem Güterzugunfall im brandenburgischen Senftenberg sind die beiden Lokführer schwer verletzt worden. Zunächst sei davon ausgegangen worden, dass nur einer der beiden am Donnerstagabend mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gekommen sei, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag in Berlin. Zudem werde weiterhin ein Stellwerker vermisst – die ganze Nacht über sei vergeblich nach dem Mann gesucht worden.
Am Bahnhof Hosena im Kreis Oberspreewald-Lausitz war am Donnerstag ein mit Schotter beladener Zug auf einen zweiten Zug gefahren. Entgleiste Waggons stürzten auf den Stellwerksgebäude an den Gleisen, in dem sich der Vermisste befunden haben soll.
Die Rettungskräfte hoffen auf ein Lebenszeichen des verschütteten Stellwerkers. Als am Donnerstagabend tonnenschwere Waggons in das Stellwerksgebäude geschleudert wurden, sei der Mann in dem kleinen Haus am Rande der Schienen gewesen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am frühen Freitagmorgen in Berlin. Mitarbeiter der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks suchten unter anderem mit Fährtenhunden nach dem Verschütteten. "Es ist eine mühselige Arbeit zwischen all dem Schutt nach dem Mann zu suchen."
Zu dem Unglück kam es an einem Haltesignal. Ein mit Schotter beladener Güterzug fuhr auf einen stehenden, unbeladenen Zug. Durch den Aufprall entgleiste der fahrende Zug und drei seiner Waggons schoben sich in das Stellwerkshaus. Der Lokführer des hinteren Zuges sprang noch vor dem Zusammenprall ins Freie. Er wurde mit schweren Verletzungen an den Beinen in ein Krankenhaus gebracht. Auch der Lokführer des zweiten Zugs wurde verletzt.
Am späten Abend war das unter Strom stehende Areal von der Feuerwehr geerdet worden. Rund um den Unfallort sperrte die Polizei das Gelände ab. Noch gebe es keine Erkenntnisse, wie es zu dem Zusammenstoß kommen konnte, sagte der Polizeisprecher.
Wegen des Unfalls war auch der Bahnverkehr gestört. Zwischen Ruhland (Brandenburg) und Hoyerswerda (Sachsen) fahre seit Freitagmorgen kein Regionalexpress mehr, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Leipzig. Reisende müssten in Busse umsteigen und mit längeren Fahrzeiten rechnen. Betroffen seien die Verbindungen zwischen Dresden und Hoyerswerda sowie zwischen Leipzig und Hoyerswerda.


















