Hells Angels
Polizei durchsucht erneut Potsdamer Rockerclub
Vor wenigen Tagen gab es eine erste Razzia. Jetzt durchsuchten Polizisten wieder das Vereinsheim der Hells Angels in Potsdam.
Nach dem Verbot der Hells Angels Berlin City gehen die Sicherheitsbehörden weiter gegen Rocker vor. Polizisten aus Berlin und Brandenburg durchsuchten am Dienstagabend erneut das Clubhaus der Hells Angels an der Charlottenstraße in Potsdam. Dieser Vereinssitz wurde damit zum zweiten Mal binnen weniger Tage Ziel von Ermittlern. Diese hatten Hinweise erhalten, wonach Potsdamer Hells Angels und Berliner Ex-Bandidos, die kürzlich zu ihren ehemaligen Feinden übergelaufen waren, zusammen feiern wollten.
Die eingesetzten Beamten trafen zehn Personen an, die der Rockerszene zuzuordnen sind. Ferner wurde ein Fahrzeug im Stadtgebiet gestellt und kontrolliert, deren Insassen der Kontrolle entgehen wollten. Darin befanden sich vier Hells Angels aus Berlin.
Bei der Aktion wurden zahlreiche gefährliche Gegenstände sichergestellt, darunter eine Machete, vier Einhandmesser und Pfefferspray. Die Polizisten schrieben Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Rocker leisteten während der Durchsuchung keinen Widerstand.
Unterdessen beobachten Ermittler des Berliner Landeskriminalamtes nach wie vor die Entwicklung in Berlin. Denn nach dem Verbot der berüchtigten Hells Angels Berlin City unter der Führung des Türken Kadir P. ist ungewiss, wie sich diese Gruppierung künftig in der Region aufstellen wird. "Kadir P. hat lange dafür gearbeitet, sich den Ruf als einer der härtesten Rocker der Republik zu erarbeiten. Wenn er sich jetzt dem Verbot fügt, ohne sich neue Strukturen zu überlegen, ist dieses Ansehen dahin", sagte ein Berliner Polizeiführer. Man geht derzeit davon aus, dass sich eine neue Gruppierung in Berlin zusammenfügen wird, die aus den Mitgliedern der verbotenen Hells Angels, aber auch aus ehemaligen Bandidos bestehen. "Ob Kadir P. die Präsidentschaft übernehmen wird, ist unklar, weil das Verbot auch eine Neuformation unter alter Führung berücksichtigt. Er kann aber auch einfach einen Präsidenten benennen und selbst eine andere wichtige Stellung einnehmen, um wieder die Fäden für die Geschäfte in Berlin in der Hand zu haben", sagte ein Polizeiführer.


















