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Zu wenig Schüler

Grundschule im Taunusviertel soll 2010 schließen

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Weil die Schülerzahlen rückläufig sind, soll die Grundschule im Taunusviertel in Lichtenrade zum Schuljahr 2010/2011 geschlossen werden. Nun kämpfen Schüler, Eltern und Pädagogen dafür, dass die sportbetonte Schule erhalten bleibt.

Die sportbetonte Grundschule im Taunusviertel in Lichtenrade soll zum Schuljahr 2010/2011 geschlossen werden. Das plant das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Grund sind die rückläufigen Schülerzahlen im Bezirk. In der BVV-Sitzung Mitte Februar wurde die Absicht der Behörde bekannt. Nun kämpfen Schüler, Eltern und Pädagogen dafür, dass ihre Schule erhalten bleibt.

"Wir geben die Hoffnung nicht auf", sagt Schulleiter Volker Becker. Denn die große Turnhalle und der Sportplatz mit Tartanbahn bieten den Kindern außergewöhnlich gute Trainingsbedingungen. Der Schulhof ist mit Fußballtoren und Basketballkörben ausgestattet. Viele Mädchen und Jungen nehmen erfolgreich an Wettkämpfen und Turnieren teil. "Ein Ergebnis ist, dass wir kaum Gewaltvorfälle an der Schule haben", sagt Becker. Das Sozialverhalten der Schüler sei gut, das Team der Lehrer sei über die Jahre zusammengewachsen. Stolz der Schule ist auch die Schülerfirma "Buddy Bears", die mit einer Schule in England Handel treibt.

In den kommenden Tagen werden sich mehrere Gremien mit der geplanten Schließung beschäftigen, darunter der Schulausschuss, der Bezirksschulbeirat und die Schulkonferenz. Schulstadtrat Dieter Hapel (CDU) sagt, bis zum Schuljahr 2017/18 werde sich die Zahl der Grundschüler im Bezirk um 14 Prozent verringern. In Lichtenrade gebe es jetzt 2940 Kinder in Grundschulen, ein Jahr zuvor seien es 3055 gewesen. "Eine der sechs Grundschulen muss deshalb geschlossen werden." Die Grundschule im Taunusviertel ist die kleinste im Ortsteil. Sie hat zurzeit etwa 370 Schüler und 20 Lehrer. Es gibt 14 Klassen. Die Schüler sollen Stadtrat Hapel zufolge auf die umliegenden Grundschulen aufgeteilt werden. In einer von ihnen soll die sportbetonte Ausrichtung weitergeführt werden. "Aber die große Turnhalle und den Sportplatz kann man nicht mitnehmen", sagt Schulleiter Becker.

Die Eltern sind entsetzt über die beabsichtigte Schließung. Astrid Bemfert, Vorsitzende der Gesamtelternvertretung, kann es nicht fassen: "Es läuft alles so gut an dieser Schule" Ihr sechsjähriger Sohn besucht die erste Klasse, der Neunjährige die vierte. "Sie gehen gern in das Gebäude, es ist hell, groß und offen." Die sportlichen Erfolge seien nicht wegzudiskutieren. Die Kinder könnten sich Bälle und Spielgeräte in den Pausen ausleihen. "Deshalb wollen auch Eltern aus anderen Einzugsgebieten ihre Kinder in dieser Schule anmelden." Hinzu komme die familiäre Atmosphäre. "Jeder kennt jeden in dieser Schule." Astrid Bemfert will sich im Bezirksschulbeirat und in der Schulkonferenz für den Erhalt der Schule engagieren. Der Schulausschuss der BVV wird am 3. März in der Sporthalle der Schule tagen.

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