10.01.08

Einzelhandel

Schloßstraße wird zur Nummer eins

In keiner Berliner Straße sind in so kurzer Zeit so viele neue Geschäftshäuser entstanden wie an der Steglitzer Schloßstraße. Sie wird - gemessen an der Dichte der Shopping-Center - die Nummer eins unter den Einzelhandelsstandorten in Berlin sein.

Von Katrin Lange
Foto: Tagesspiegel
Einkaufscenter "Das Schloss" in der Berliner Schlossstraße
Das Einkaufszentrum ¿Das Schloss¿ am Rathaus Steglitz hat sich zu einer Top-Einkaufsadresse an der Schloßstraße entwickelt

Wenn das neue Einkaufszentrum "Boulevard Berlin" am Standort von Karstadt und Wertheim 2011 fertig ist, wird die Steglitzer Schloßstraße – gemessen an der Dichte der Shopping-Center – die Nummer eins unter den Einzelhandelsstandorten in Berlin sein. Allerdings bleibt die Straße im Vergleich der Verkaufsflächen mit derzeit 150.000 Quadratmetern und künftig 180.000 Quadratmetern die Nummer zwei hinter Kurfürstendamm/Tauentzien. Sie liegt aber noch vor der Friedrichstraße und der Wilmersdorfer Straße.

Das geht aus dem neuen Einzelhandels-Quartiersführer für den Bereich rund um die Schloßstraße hervor, der am Donnerstag von dem Immobilienunternehmen Engel & Völkers vorgestellt wurde. "Der Handelsflächenmarkt in der Schloßstraße ist durch eine unvergleichliche Dichte von Einkaufsgalerien, Waren- und Bekleidungshäusern gekennzeichnet", sagt Stefan Heerde, Einzelhandelsexperte des Maklerhauses. Selbst deutschlandweit gebe es kaum einen vergleichbaren Standort. Mit 1,4 Kilometern ist die Schloßstraße die wichtigste Einkaufstraße im Südwesten Berlin. Sie hat mit 6,2 Prozent die niedrigste Leerstandsquote in Berlin. Durch die hohe Nachfrage werden an der Einkaufsstraße Mieten bis zu 100 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Während in den 80er-Jahren nur wenig an der Schloßstraße investiert wurde, ging es Mitte der 90er-Jahre los: 1995 wurde das Naturkaufhaus Galleria gebaut, 2001 folgte das Einkaufszentrum Schloßstraße 110. Danach starteten gleich mehrere Bauprojekte: der Umbau des Forums Steglitz, der Neubau der Einkaufsgalerie "Das Schloss" am Rathaus Steglitz und der Abriss von Hertie am Walther-Schreiber-Platz, wo jetzt das Schloss-Strassen-Center (SSC) steht. Im Quartiersführer werden insgesamt 784 Ladenflächen zwischen Walther-Schreiber-Platz, Rathaus Steglitz und Lepsiusstraße gezählt. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Ladenflächen um 20 Prozent.

Karstadt wird ein Premium-Haus

Der Bau der neuen Einkaufswelt "Boulevard Berlin" in der Mitte der Straße wird der Einkaufsmeile noch einmal einen Schub geben. Das Projekt schreitet planmäßig voran. Am kommenden Montag beginne die frühzeitige Bürgerbeteiligung, sagte Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD). Einen Monat lang liegen die Baupläne für das Areal zwischen Hackerstraße und Schildhornstraße im Rathaus Zehlendorf, Kirchstraße 1-3, aus.

Unterdessen gehen die Arbeiten mit Teilbaugenehmigungen am alten Karstadt-Haus weiter. Dort soll 2009 der Luxus einziehen. Karstadt will aus dem Haus einen Premium-Standort machen. "Wir hoffen auf eine zweites KaDeWe an der Schloßstraße", sagt Wirtschaftsstadträtin Barbara Loth (SPD). Das Luxussegment fehle noch an der Schloßstraße und werde hoffentlich zusätzliche Kundenschichten anziehen. Von 2009 bis 2011 wird der Standort von Wertheim umgebaut. Geplant sind zwei neue Häuser mit Einkaufsgalerien, die durch eine überdachte Passage mit dem Karstadthaus verbunden sind.

Um das Gesamtbild der modernisierten Einkaufsmeile abzurunden, soll im September 2008 für 1,8 Millionen Euro der Umbau der Straße beginnen. Um den Durchgangsverkehr herauszuhalten, werden die Fahrspuren reduziert und die Gehwege verbreitert. Kleinsteinpflaster und die Pflanzung von Bäumen, die der Straße einen Alleencharakter geben werden, sollen die Qualität der Flaniermeile erhöhen.

"Das Schloss" ist der Gewinner

Die Ausweitung der Verkaufsflächen habe die Schloßstraße bislang gut verkraftet, sagt Einzelhandels-Experte Stefan Heerde. Zweifellos sei das "Schloss" der Gewinner. Dort gebe es den größten Kundenverkehr. Das Forum Steglitz hingegen, so Heerde, lebe von den Kunden, die schon seit Jahrzehnten in dem Haus einkaufen. Es sei das traditionsreichste. Am meisten habe das Schloss-Strassen-Center zu kämpfen. Dort herrsche noch Unruhe durch häufige Mieterwechsel. Heerde rät den Einzelhändlern und Eigentümern in der Geschäftsstraße, eine gemeinsame Vermarktungsstrategie zu entwickeln.

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