Neubauprojekt

Lichterfelde: Aktionsbündnis will 1500 statt 2500 Wohnungen

Eine Initiative fordert, nur 1500 statt 2500 Wohnungen in Lichterfelde zu errichten. Die Frist für das Bürgerbegehren läuft bald ab.

Simulation: In dem neuen Quartier an der Osdorfer Straße soll es viele Grünflächen geben, die durch Wege miteinander verbunden sind

Foto: Groth Gruppe

Simulation: In dem neuen Quartier an der Osdorfer Straße soll es viele Grünflächen geben, die durch Wege miteinander verbunden sind

In vielen Diskussionen und Workshops konnte keine Einigung erzielt werden, jetzt soll es ein Bürgerbegehren richten. 2500 Wohnungen will die Groth-Gruppe in Lichterfelde Süd an der Osdorfer Straße bauen, 1500 Wohnungen sind aus Sicht des Aktionsbündnisses "Landschaftspark Lichterfelde Süd" genug. Vor einem halben Jahr hat die Initiative das "Bürgerbegehren für bezahlbaren Wohnraum in sozialer Stadtraumerweiterung" gestartet, in zwei Wochen läuft die Frist ab. Der Stand des Verfahrens und die Sicht von Mieterverein, Stadtsoziologen und Umweltinitiativen sind am heutigen Freitag, 18 Uhr, im Rathaus Steglitz, Thema einer Podiumsdiskussion.

7000 Unterschriften muss die Initiative bis zum 23. Oktober sammeln, um daraufhin einen Bürgerentscheid starten zu können. "Mehr als 6000 sind bislang zusammengekommen", sagt Helmut Schmidt vom Aktionsbündnis. Sie wurden bereits zur Prüfung im Wahlamt abgegeben. Da jeden Tag neue Unterschriften dazukommen, ist er optimistisch, das die Zahl erreicht wird. Für Steglitz-Zehlendorf wäre es der erste Bürgerentscheid, der im Bezirk zustande käme.

Doch selbst einen Erfolg sieht Helmut Schmidt skeptisch. Er rechne damit, dass der Senat das Bauvorhaben an sich ziehe und es genauso weiter gehe, sagt der Lichterfelder. So sei es zum Beispiel bei den Buckower Feldern in Neukölln geschehen. Ohnehin hat ein erfolgreicher Bürgerentscheid nur empfehlenden Charakter. Die Anwohner haben Angst, dass in direkter Nachbarschaft eine zweite Thermometersiedlung entsteht. Sie finden nicht nur die Bebauung zu massiv, sie fürchten auch ein Verkehrschaos. Zudem sollen die Lebensräume von geschützten Tier- und Pflanzenarten dauerhaft gesichert werden.

Von 100 Hektar sollen etwa39 Hektar bebaut werden

Der Bebauungsplan für das fast 100 Hektar große ehemals militärisch genutzte Areal "Parks Range" an der Grenze zu Brandenburg soll 2016 fertig sein, 2017 könnten die Arbeiten beginnen. 39 Hektar sollen bebaut werden, die restliche Fläche bleibt Natur. "So wie es jetzt geplant ist, ist es ein guter Kompromiss zwischen dem Erhalt der grünen Mitte und einer Bebauung, die angesichts des Bevölkerungszuwachses auch in Steglitz-Zehlendorf notwendig ist", sagt Anette Mischler, Sprecherin der Groth-Gruppe. Eingerechnet der Grünflächen zwischen den Häusern, würden nur 25 Hektar versiegelt werden. Schätzungen, dass künftig 10.000 neue Bewohner dazukämen, kann sie nicht bestätigen. "Wir bauen viele kleine Wohnungen und rechnen mit 6000 Bewohnern", sagt Anette Mischler. Was den Verkehr betreffe, so seien das Probleme, die zu einem späteren Zeitpunkt im Bebauungsplanverfahren geklärt werden müssten.

Auf dem Podium wird heute Abend auch Markus Mohn sitzen. Er ist Landschaftsplaner und Leiter der Umweltinitiative Teltower Platte, die sich um den Naturschutz auf dem alten Grenzstreifen kümmert. Den Ansatz des Aktionsbündnisses, nicht komplett gegen eine Bebauung zu sein sondern eine Annäherung zu suchen, finde er gut, sagt Mohn. Er verstehe aber auch, dass die Initiative mit dem erzielten Resultat nicht zufrieden ist. "Alle sprechen davon, dass es das Gelände einzigartig und schutzbedürftig ist", sagt der Landschaftsplaner. Nur sei das viel zu wenig in den Plänen für die Bebauung des Areals berücksichtigt worden. Ihm fehlten die echten Bekenntnisse für den Erhalt des Naturraums.

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