03.02.13

Autobahnraststätte

Berliner Bezirk stoppt Pläne für Ex-Kontrollpunkt Dreilinden

Der neue Eigentümer wollte auf dem Gelände zwischen Berlin und Kleinmachnow Baumaschinen lagern. Jetzt muss er sich etwas anderes überlegen.

Von Katrin Lange
Foto: DPA

5000 Quadratmeter umfasst das Areal mit dem Pop-Art-Turm an der Grenze zwischen Berlin und Kleinmachnow
5000 Quadratmeter umfasst das Areal mit dem Pop-Art-Turm an der Grenze zwischen Berlin und Kleinmachnow

Vor einem halbem Jahr hat die ehemalige Autobahnraststätte am Kontrollpunkt Dreilinden im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf den Besitzer gewechselt. Für 535.000 Euro ersteigerte der Berliner Unternehmer Werner Scharwächter das 5000 Quadratmeter große Areal mit dem Pop-Art-Turm an der Grenze zwischen Berlin und Kleinmachnow.

Der vorherige Eigentümer war mit seinen Plänen für ein Billighotel mit Diskothek und Restaurant gescheitert. Das droht jetzt auch dem neuen Eigentümer. Werner Scharwächter wollte auf dem Gelände Baumaschinen, wie Kräne und Bagger, lagern. Diese Pläne wurden vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf gestoppt.

Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) beruft sich auf die "exponierten Lage und den Denkmalschutz". Aus diesen Gründen hätten sich Bezirk und Eigentümer bislang nicht über die künftige Nutzung einigen können. "Aus denkmalschutzrechtlicher Sicht kann eine Abstellfläche für Baumaschinen nicht genehmigt werden", sagt Schmidt.

Auch andere Ideen des Unternehmers wie ein Vergnügungspark, eine Bootsausstellung oder die Lagerung von chinesischen Steinen seien nicht durchsetzbar. Alle Vorschläge wurden abgelehnt.

Werner Scharwächter ist sauer. "Die sind gegen alles und lehnen alles ab", sagt der 65-Jährige. 700.000 Euro habe ihn das Grundstück mittlerweile gekostet, mit Steuern und Architektenleistungen.

Werner Scharwächter ist der Chef der Firma Boramtech in Karlshorst. Mit seinen Bohr- und Rammgeräten baut er die Fundamente von Hochhäusern. Er habe große Baustellen in Russland und im arabischen Raum und sei auch in China aktiv, sagt der Geschäftsmann. Dass die Behören in Berlin nicht offen seien für seine Pläne, könne er nicht verstehen. Am liebsten hätte er chinesische Natursteine auf dem Gelände ausgestellt.

"Genug Ideen"

Doch Scharwächter lässt sich nicht entmutigen. "Ideen habe ich genug", sagt der Sauerländer. Mehr dürfe und könne er noch nicht sagen. Allerdings verrät er, was er nicht will: "ein Hotel, Bordell oder Casino". Das stehe fest. Baustadtrat Norbert Schmidt könnte sich an dem ehemaligen Grenzkontrollpunkt ein Autohaus vorstellen. "Zum Beispiel ein Premiumhaus". Das passe thematisch zu dem Ort an der ehemaligen Transitautobahn. Das Gebäude eigne sich als Showroom und Sitz der Verwaltung, das Außengelände als Präsentationsfläche.

Mit dieser Idee kann sich Werner Scharwächter nicht anfreunden. Die künftige Nutzung solle auf jeden Fall "etwas mit Großindustrie zu tun haben", lässt er noch durchblicken. Aktiv muss er jetzt trotzdem auf seinem neu erworbenen Grundstück werden. Nachdem sämtliche Kabel gestohlen worden sind, hat Scharwächter damit begonnen, das Gelände mit einem Zaun zu sichern.

Die ehemalige Autobahnraststätte Dreilinden am Kontrollpunkt Dreilinden, auch Checkpoint Bravo genannt, wurde 1973 an der Grenze zwischen Berlin und Kleinmachnow eröffnet. Das rot-blau-gelbe Gebäude stammt von dem Architekten Rainer Gerhard Rümmler. Einige Teile stehen unter Denkmalschutz. So muss der Schriftzug "Dreilinden" erhalten bleiben. Das dreigeschossige Stahlbetongebäude mit der bunten Fassade war als demonstratives Gegenstück zu den tristen DDR-Grenzbauten entstanden.

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